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Fall Yagmur : Sozialsenator Scheele will Ombudsmann für die Jugendhilfe

Muss sich erklären: Detlef Scheele Bild: dpa

Im Fall des nach Misshandlungen gestorbenen Mädchens Yagmur hat auch der Hamburger Sozialsenator Detlef Scheele vor dem Untersuchungsausschuss ausgesagt. Er fordert einen Ombudsmann.

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          Vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss der Hamburger Bürgerschaft, der nach dem gewaltsamen Tod der drei Jahre alten Yagmur eingesetzt worden war, hat Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) am Dienstagabend angekündigt, für die Jugendhilfe einen Ombudsmann einzurichten. An ihn soll sich jeder mit Fragen oder Hinweisen wenden können.

          Frank Pergande
          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Allerdings werde es den Ombudsmann erst in der nächsten Legislaturperiode geben können. Er solle eigene Befugnisse haben. „Angedockt an das Beschwerdemanagement wirkt er unmittelbar handlungsleitend“, so Scheele. Der Untersuchungsausschuss war im Februar eingesetzt worden, nachdem im Dezember 2013 Yagmur nach schweren Misshandlungen gestorben war und sich schon bald zeigte, dass in diesem Fall auch die Behörden versagt hatten.

          Die Eltern des Kindes stehen derzeit in Hamburg vor Gericht. Die Mutter muss sich wegen Mordes an ihrer Tochter verantworten, weil sie das Kind „aus Hass“ getötet haben soll. Dem Vater wird vorgeworfen, tatenlos mit angesehen zu haben, wie seine Frau über lange Zeit hinweg das Kind quälte. Die Sozialbehörde hat bereits politische Verantwortung für Yagmurs grausamen Tod übernommen.

          Sozialstaatsrat Jan Pörkensen (SPD) hatte vor dem Ausschuss erklärt: „Die politische Verantwortung für das Gesamtsystem der Jugendhilfe in der Stadt Hamburg trägt die Leitung.“ Es habe sich aber gezeigt, dass der Allgemeine Soziale Dienst (ASD), der Wächter und Helfer zugleich sein soll, mehr Unterstützung brauche, um zu erkennen, wo es Kindesmisshandlung gebe. Yagmurs Tod hatte nicht zuletzt auch bei der Jugendhilfe so viel Entsetzen ausgelöst, weil im Frühjahr 2013 erst der Tod des elf Jahre alten Mädchens Chantal einerseits zu einer Neuorganisation der Jugendhilfe geführt hatte, andererseits auch zum Rücktritt des Bezirksbürgermeisters von Hamburg-Mitte. Chantal war in ihrer Pflegefamilie an Methadon gestorben, dass in der Wohnung herumgelegen hatte.

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