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Der zweite Tatort : Mitten im Verkaufsgespräch schießt der Attentäter

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Der zweite Tatort in Wendlingen: Zwei Menschen sterben im Kugelhagel Bild:

In einem Autohaus in Wendlingen eröffnet der Amokläufer von Winnenden mit seiner Pistole erneut das Feuer. Er erschießt einen Kunden und einen Mitarbeiter, die gerade in einem Verkaufsgespräch waren. Anschließend kommt es zum Schusswechsel mit der Polizei.

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          Als sie die Polizisten sieht, ist für Sema Yanik klar, um was es geht. Die Kassiererin an einer kleinen Tankstelle im Industriegebiet von Wendlingen im Kreis Esslingen sagt: „Ich wusste, das muss etwas mit dem Amoklauf zu tun haben.“ Eine Straße weiter stirbt am Mittwochmittag der 17-jährige Tim K. vor einem VW-Autohaus.

          Der Amokschütze hatte zuvor 40 Kilometer entfernt in Winnenden neun Schüler, drei Lehrerinnen und einen Passanten erschossen. Auch in Wendlingen setzt er auf der Flucht seine blutige Spur fort. In dem Autohaus verlangt er einen Wagen und eröffnet mit seiner Pistole wieder das Feuer. Er erschießt einen 46-jährigen Kunden und einen 36-jährigen Mitarbeiter des VW-Hauses, die gerade in einem Verkaufsgespräch waren.

          „Dann hat mich die Polizei verscheucht“

          Der 17-Jährige hatte in Winnenden einen VW Sharan gestoppt und den Fahrer gezwungen, ihn mitzunehmen (siehe: Zur Fluchthilfe gezwungen: Der Amokläufer saß auf der Rückbank). In Wendlingen lässt er seine Geisel laufen und flüchtet durch das Industriegebiet. Der freigelassene Mann informiert die Polizei. Vor der Tür des Autohauses kommt es am Mittag zum Schusswechsel des Amokläufers mit der Polizei. Der 17-Jährige verletzt zwei Polizisten schwer. „Warum er gerade hierher gekommen ist, wissen wir auch nicht, es gibt da bisher keine Verbindung“, sagt Polizeisprecher Hans-Dieter Wagner am Tatort.

          „Ich hab' einen Schuss gehört“, berichtet Isuf Tahiri. Der 15-Jährige wohnt in der Nachbarschaft und steht jetzt mit ein paar Freunden vor dem Absperrband, das den Tatort weiträumig abriegelt. Ein älterer Mann will von Polizeibeamten wissen, ob sein Neffe gesund ist und noch lebt. Schließlich arbeitet der in dem Autohaus. Isufs Bruder Tarzan sagt, er habe den Amokschützen sogar über einen Supermarkt-Parkplatz laufen sehen. „Dann hat mich die Polizei verscheucht.“

          Sema Yanik erzählt, sie habe keine Angst gehabt. „Ich hätte mein Kassenhäuschen im Notfall abgeschlossen“, sagt die Kassiererin. „Aber es ist komisch: Als ich das heute morgen zum ersten Mal gehört hab, kam mir das unendlich weit weg vor.“

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