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Fall Maddie McCann : An der Tür hängt kein Schild mehr

Im Appartement 5a im Erdgeschoss verbrachte die Familie McCann 2007 ihren Urlaub. Bild: dpa

Steckt der Deutsche Christian B. hinter dem Verschwinden von Madeleine McCann? Und hat er gar noch weitere Opfer? Eine Spurensuche an der Algarve, in England und in Deutschland.

          12 Min.

          Über der portugiesischen Algarve strahlt ein wolkenloser Himmel. Eine leichte Brise weht über die hügelige Landschaft mit den sattgrünen Bäumen und dem Gras, das schon jetzt, Anfang Juni, gelb-vertrocknet ist. Die Grillen zirpen. In Praia da Luz, einst ein Fischerdorf, heute ein Ort mit dreieinhalbtausend Einwohnern, der von einer Vielzahl an Touristen lebt, sind wegen der Corona-Krise nur wenige Menschen auf den Straßen. Verlässt man den Ortskern mit seinen weißgetünchten Häuschen und dem kleinen Strand, stehen zwischen Feriensiedlungen immer wieder vereinzelte, zerfallene Häuser in überwucherten Gärten.

          Reinhard Bingener

          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Jochen Buchsteiner

          Politischer Korrespondent in London.

          Leonie Feuerbach

          Redakteurin im Frankfurter Allgemeine Magazin.

          In einem dieser Häuser, erreichbar bloß über einen staubigen Feldweg, soll Christian B. gelebt haben. Es ist offensichtlich verlassen, auf der Veranda liegt ein toter Spatz, hinterm Haus eine alte Matratze. Durch die Fenster lässt sich erkennen, dass zwar Jacken an der Garderobe hängen und Wasserflaschen in der Küche stehen. Doch der Kühlschrank ist ausgeschaltet, die Kühlschranktür geöffnet. Der Bambus im Garten ist mehrere Meter hoch gewachsen. Sonst gibt es hier nichts zu sehen. Dennoch stehen Autos hier, laufen Männer mit Fernsehkameras herum.

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