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In der Highschool gehänselt : Rache als mögliches Motiv für Anschlag auf Tanzclub

  • -Aktualisiert am

Nach dem Amoklauf in einem Nachtclub haben sich Trauernde in Thouasand Oaks versammelt. Bild: AFP

Er erschoss zwölf Menschen, dann sich selbst: der Amokläufer von Thousand Oaks wollte offenbar Rache nehmen, weil er in der Schule gehänselt wurde. „Ich hoffe, dass die Leute sagen, ich sei geisteskrank“, so der Schütze.

          Nach dem Amoklauf in einem Tanzclub im kalifornischen Thousand Oaks, bei dem ein ehemaliger Soldat am Mittwoch zwölf Menschen erschoss, sucht die Polizei weiter nach einem Motiv. Wie das Internetportal „TMZ“ unter Berufung auf Ermittler meldete, soll der 28 Jahre alte Ian David Long während des Anschlags auf seiner Instagram-Seite Kurzmitteilungen gepostet haben. In den inzwischen gelöschten Nachrichten gab der Schütze angeblich Hinweise auf einen Racheakt. Als Polizisten am Tatort eintrafen, tötete er sich selbst.

          Long, der nur wenige Kilometer vom „Borderline Bar & Grill“ entfernt aufwuchs, soll in der High School wegen eines Sehfehlers gehänselt worden sein. Eine frühere Mitschülerin berichtete, wie abfällige Kommentare der Jugendlichen Long verletzten. Wie viele seiner ehemaligen Mitschüler zählte auch der Achtundzwanzigjährige in den vergangenen Jahren zu den Stammgästen des „Borderline Bar & Grill“. Die Abende soll er in der Regel allein an der Bar verbracht haben.

          Nach den bisherigen Ermittlungen fuhr der Schütze Mittwochnacht um kurz nach 23Uhr vom Haus seiner Mutter zu dem etwa fünf Kilometer entfernten Club. Nach Betreten des Gebäudes erschoss er mit einer halbautomatischen Pistole einen Türsteher und die Kassiererin. Anschließend ging Long in den Gastraum, wo er auf überwiegend jugendliche Besucher schoss. Jeden Mittwoch veranstaltet der Club eine Nacht mit Country-Musik für Studenten, zu der auch Gäste unter 21 Jahren eingeladen sind. Wie Medien berichteten, gehörte zu den Todesopfern im Alter von 18 bis 54 Jahren neben einem Polizeibeamten auch der Country-Anhänger Telemachus Orfanos. Der Siebenundzwanzigjährige hatte im vergangenen Jahr den Anschlag auf ein Country-Festival in Las Vegas überlebt, bei dem 58 Menschen getötet wurden.

          Nach Angaben der Justizbehörden war Long nach fünf Dienstjahren 2013 hochdekoriert aus dem Militär entlassen worden. Seit einem Einsatz in Afghanistan von November 2010 bis Juni 2011 litt er unter posttraumatischen Belastungsstörungen. In den vergangenen Monaten hatten Nachbarn wiederholt die Polizei gerufen, als Long im Haus seiner Mutter randalierte. Von einer Einweisung in die Psychiatrie sahen die Behörden aber ab. Nach einem Bericht des Senders CNN soll Long vor der Tat bizarre Posts hinterlassen haben. „Ich hoffe, dass die Leute sagen, ich sei geisteskrank“, schrieb er. „Ich soll krank sein, aber das Einzige, was ihnen nach Schießereien einfällt, ist Beten.“

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