https://www.faz.net/-gum-97u0c

Nach Parkland-Amoklauf : Dating-App löscht Waffenfotos von Nutzerprofilen

  • Aktualisiert am

„Bumble“ hat in der Vergangenheit immer wieder diskriminierende oder unangebrachte Inhalte gelöscht. Ab sofort sind Waffenfotos ebenfalls verboten. Bild: F.A.Z.

Nach dem Amoklauf in Florida geht die Waffendebatte in Amerika weiter. Eine Dating-App sperrt nun Fotos von Messern und Schusswaffen ihrer User.

          Der Amoklauf in Florida mit 17 Toten und zahlreichen Verletzten hat in Amerika viele Menschen zum Umdenken gebracht. Mehrere Unternehmen haben als Folge des Attentats auf die Stoneman Douglas Highschool in Parkland ihre Zusammenarbeit mit der mächtigen Waffenlobby NRA beendet. Nun zieht auch eine App mit einer ähnlichen Maßnahme nach.

          Die Dating-App „Bumble“ gab auf ihrer Homepage bekannt, ab sofort alle Fotos von den Profilen ihrer Nutzer zu löschen, auf denen Waffen zu sehen sind: „Bumble wurde mit dem Gedanken an Sicherheit und Respekt gegründet. Waffengewalt passt nicht zu unseren Werten, und Schusswaffen haben auf Bumble nichts verloren“, schrieb das Unternehmen am Montag auf seinem Blog “The Beehive“.

          Die neue Regelung gilt sowohl für Schusswaffen als auch für Messer. Ab sofort will „Bumble“ weltweit rund 5000 Mitarbeiter einsetzen, die Profile von Nutzern nach Fotos mit Waffen durchsuchen und entsprechende Bilder löschen sollen. Neue Fotos, die in der App hochgeladen werden und gegen die neue Waffen-Regelung verstoßen, sollen direkt gesperrt werden. Die einzige Ausnahme sind Bilder, die Waffen im Zusammenhang mit militärischen Uniformen zeigen - etwa wenn ein Soldat oder ein Polizist ein Foto von sich in Uniform postet.

          „Feministisches Tinder“

          „Bumble“ wurde im Jahr 2014 von der Unternehmerin Whitney Wolfe gegründet. Wolfe ist Mitbegründerin der Dating-App „Tinder“, verließ das Unternehmen aber im Jahr 2014, nachdem sie einige Kollegen erfolgreich wegen sexueller Belästigung verklagt hatte.

          Wolfes App wurde als „feministisches Tinder“ bekannt, da die App es nicht zulässt, das Männer von sich aus Chats mit Frauen beginnen. Stattdessen müssen sie warten, von ihnen angeschrieben zu werden. Bei gleichgeschlechtlichen Matches haben beide Personen 24 Stunden Zeit, einander zu kontaktieren, bevor der oder die andere wieder aus den Vorschlägen verschwindet.

          „Bumble“ war im Jahr 2016 eine der beliebtesten Dating-Apps weltweit, aktuell hat sie rund 30 Millionen Nutzer.

          Weitere Themen

          „Das ist ein falsches Signal“

          Kritik an Lügde-Urteil : „Das ist ein falsches Signal“

          Die Bewährungsstrafe für einen Mittäter beim Kindesmissbrauch von Lügde stößt auf Widerspruch. Die Staatsanwaltschaft stellt einen Antrag auf Revision. Der nordrhein-westfälische Familienminister sieht eine Lücke im Strafrecht.

          Topmeldungen

          Boris Johnson am Mittwoch in London

          Parlament gegen Johnson : Aufstand gegen den No-Deal-Brexit

          Noch ist Boris Johnson nicht Premierminister. Aber er spielt schon öffentlich mit dem Gedanken an einen Austritt ohne Abkommen. Jetzt reagiert das Parlament – und macht ihm eine solche Lösung durch einen Trick schwerer.

          Verhör von Carola Rackete : „Es sollte um die Sache gehen“

          Die „Sea-Watch“-Kapitänin kritisiert nach ihrer Anhörung den Rummel um ihre Person. Der lenke vom eigentlichen Problem ab: dem Umgang mit den Migranten im Mittelmeer. Doch Racketes Äußerungen zur Seenotrettung sind in Italien umstritten.
          Ein Polizist mit Sprengstoffspürhund macht sich am Donnerstag auf den Weg zur Wohnung eines mutmaßlichen Gefährders.

          Razzia im Morgengrauen : Kölner Polizei setzt Islamisten fest

          Womöglich hat die Kölner Polizei mit ihrer Razzia einen islamistischen Anschlag verhindert. Einer der Männer plante nach eigenen Worten „den Aufstieg in die höchste Stufe des muslimischen Glaubens“. Die Ergebnisse der Durchsuchungen geben Anlass zu erhöhter Vorsicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.