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Schnelle Autofahrer : Das sind die schlimmsten Raser Europas

  • -Aktualisiert am

Trotz Geschwindigkeitsbegrenzungen: Die Verkehrsdelikte häufen sich. Bild: dpa

Die Polizei hat in Hamburg einen Raser gestoppt, der mit 221 Stundenkilometern auf der Köhlbrandbrücke unterwegs war. Ein Einzelfall ist das leider nicht.

          Verkehrsgesetze gelten auch für die ranghöchsten Manager. Der ehemalige CEO von Telecom Italia wurde im Jahr 2006 in Italien mit seinem Porsche 911 Carrera von den zuständigen Carabinieri angehalten. In einer Tempo-130-Zone war der frühere Manager mit einer Geschwindigkeit von stolzen 311 Stundenkilometern gefahren. Er kam mit zehn Strafpunkten und einem Bußgeld von 357 Euro noch einmal mit einem blauen Auge davon.

          Für einen Briten dagegen gab es ein zehnjähriges Fahrverbot und 28 Monate Haft wegen einer Raserei im Jahr 2015. Der Mann war mit seinem Nissan GT-R mit 309 Stundenkilometern in einer Hunderter-Zone – und damit über 200 Stundenkilometer zu schnell – gefahren. Neben ihm saß zudem noch seine Tochter, die ihn obendrein anfeuerte. Sie bekam im anschließenden Verfahren ebenfalls eine Strafe.

          Klicks und Knast für Franzosen

          Einem Franzosen wurde ein illegales Autorennen im Oktober 2011 zum Verhängnis. Der 30-Jährige brachte es mit seinem Audi RS4 auf beachtliche 310 Stundenkilometer – erlaubt waren allerdings nur 110. Ein Youtube-Video bewies die Straftat sogar noch. So erhielt er zwar einige Klicks, aber auch eine einjährige Gefängnisstrafe.

          Auch in der Schweiz vereinfachte ein Video den Behörden ein Strafverfahren. Ein 28 Jahre alter Autofahrer aus Genf sorgte im Jahr 2011 auf der Autobahn A1 für einen echten Blitzerrekord. Bei einem Tempolimit von 120 fuhr der Mann mit seinem Bentley Continental GT mit 324 Stundenkilometern durch die Radarfalle. Der Schweizer filmte sich selbst sogar noch bei seinem Temporausch. Im Anschluss behauptete er vor Gericht, gar nicht am Steuer gesessen zu haben. Es folgten eine sechsmonatige Gefängnisstrafe und 1865 Euro Bußgeld.

          Ort des Geschehens: Erst kürzlich zog die Polizei einen Raser auf der Köhlbrandbrücke aus dem Verkehr.

          Ein 36 Jahre alter Spanier beging gleich mehrere Delikte auf einmal. In der Nähe von Madrid raste der Mann im Jahr 2016 mit einem Porsche 911 Carrera mit 297 Stundenkilometern statt der erlaubten 120 über die Autobahn. Da er sich das Fahrzeug nur für eine Probefahrt geliehen hatte, war das Auto weder versichert, noch gehörte es dem Raser. Darüber hinaus hätte der Spanier aufgrund einer Behinderung das Auto überhaupt nicht fahren dürfen. Von seinem Führerschein musste der Mann sich daraufhin für ein Jahr verabschieden – und 3600 Euro Strafe zahlen.

          In Deutschland und der Schweiz macht seit 2014 immer wieder der sogenannte „Gotthard-Raser“ Schlagzeilen. Der heute 43-Jährige überholte vor vier Jahren mehrmals mit viel zu hoher Geschwindigkeit im Gotthard-Tunnel. Bei einer Verfolgungsfahrt mit der Polizei fuhr er anschließend mit bis zu 200 Stundenkilometern. Der Raser wurde deshalb in Abwesenheit von einem schweizerischen Gericht wegen „Gefährdung des Lebens und wiederholter grober qualifizierter Verletzung der Verkehrsregeln“ zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt. Das Oberlandesgericht Stuttgart (OLG) entschied in diesem April, dass der Raser seine Haftstrafe in Deutschland absitzen muss.

          Ohne Strafe kam ein unbekannter Motorradfahrer einer Kawasaki Ninja ZX-9R in den Niederlanden davon. Der Verkehrsrowdy wurde 2012 mit 290 Stundenkilometern in einer Tempo-80-Zone von einer Kamera erfasst. Auch hier gab es anschließend ein Video auf Youtube zu sehen, gepostet von einem anonymen User. Der Temposünder ist bis heute nicht gefasst worden.

          Auch Fahranfänger sind nicht immer nur vorsichtig. Ein Deutscher war mit seinem Audi A3 mit Tempo 240 auf der Berliner Stadtautobahn A100 unterwegs und wurde geblitzt – erlaubt waren an der Stelle 60 Stundenkilometer. Den Führerschein durfte der junge Mann direkt wieder abgeben. Außerdem waren vier Punkte in Flensburg und ein Bußgeld von 680 Euro die Folge. So schnell kann es gehen.

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