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Craigslist-Killerin : „Bei 22 habe ich aufgehört zu zählen“

  • -Aktualisiert am

Miranda Barbour im Dezember 2013 auf dem Weg zum Richter Bild: AP

In einem Telefoninterview aus dem Gefängnis hat sich die junge Amerikanerin Miranda Barbour schwer belastet: Seit ihrem dreizehnten Lebensjahr will sie Dutzende Menschen umgebracht haben. Nun ermittelt das FBI.

          2 Min.

          Für viele Amerikaner ist Miranda Barbour schon der „neue Craigslist-Killer“. Knapp fünf Jahre nach der Festnahme des Bostoner Medizinstudenten Philip Markoff, der seine Opfer über das Anzeigennetzwerk aufspürte und als Craigslist-Mörder in die amerikanische Kriminalgeschichte einging, erschütterte die Neunzehnjährige ihre Landsleute vor einigen Wochen mit dem Geständnis, den getöteten Troy LaFerrara auch bei der Website kennengelernt zu haben. Der Leichnam des Zweiundvierzigjährigen war im November mit 20 Stichwunden hinter einem Haus in der Kleinstadt Sunbury im Bundesstaat Pennsylvania entdeckt worden. Wie Barbour und ihr Ehemann Elytte der Polizei später sagten, wollten sie gemeinsam einen Menschen töten, um drei Wochen nach der Hochzeit auch diesen Nervenkitzel zu teilen.

          Nach der Anklageerhebung in der vergangenen Woche, bei der die Staatsanwaltschaft des Bezirks Northumberland die Todesstrafe forderte, überraschte die Amerikanerin die Ermittler jetzt ein weiteres Mal. Der Familienvater LaFerrara sei nicht ihr erstes Opfer gewesen. Sie habe schon mehrere Dutzend Menschen getötet. „Bei 22 habe ich aufgehört zu zählen“, offenbarte Barbour am Wochenende während eines Telefoninterviews mit der Zeitung „The Daily Item“.

          Angeblich hatte sie als Kind in Alaska erste Morderfahrungen gesammelt, als sie mit dem Führer eines Satanskults, dem sie als Dreizehnjährige beigetreten war, einen säumigen Schuldner erschoss. „Weil ich nicht abdrückte, legte er seine Hand auf meine und zog mit mir zusammen den Abzug. Seitdem habe ich weiter getötet“, sagte Barbour. In den vergangenen sechs Jahren mordete sie außer in Alaska angeblich auch in Texas, North Carolina und Kalifornien. Zu den Opfern zählt unter Umständen auch der Vater ihrer einjährigen Tochter. „Weil ich Rauschgift nahm, war ich geistig nicht immer präsent. Aber ich wusste, dass ich etwas Böses in mir hatte, das durch den Satansglauben zum Vorschein kam,“ ließ die unscheinbare Neunzehnjährige wissen. Da Barbour via Craigslist mit mindestens 30 Männern in Kontakt stand, nahm nun auch die amerikanische Bundespolizei (FBI) Ermittlungen auf.

          Während Barbours Verteidiger Edward Greco weiter versucht, eine früheres Geständnis für ungültig erklären zu lassen, gab seine Mandantin bei dem aufgezeichneten Gefängnisinterview das Verbrechen abermals zu. Angeblich hatte sie sich mit dem Zweiundvierzigjährigen online geeinigt, ihm für 100 Dollar sexuelle Dienste zu leisten. Nach dem Treffen sei Barbour mit LaFerrara in das etwa zehn Kilometer entfernte Sunbury gefahren. Ihr 22 Jahre alter Ehemann Elytte versteckte sich derweil unter einer Decke hinter den Sitzen. „Unterwegs lief das Ganze aus dem Ruder. Er sollte nicht erstochen werden. Mein Mann sollte ihn strangulieren“, erinnerte sich Barbour. LaFerrara habe aber versucht, sie zu begrapschen. Zudem soll er auf Geschlechtsverkehr bestanden haben, obwohl sie vorgab, erst 16 zu sein. „Wenn er abgelehnt hätte, hätte ich ihn laufen lassen“, sagte die Neunzehnjährige.

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