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Prozessauftakt in Berlin : Clan-Mitglied Nasser R. schweigt vor Gericht

Blick in den Saal 700 des Kriminalgerichts Moabit: In dem Saal findet eine Hauptverhandlung gegen den 44 Jahre alten Nasser R. statt. Bild: dpa

Nach gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Clanmitgliedern und Tschetschenen begann in Berlin nun der Prozess. Nasser R. ist wegen gefährlicher Körperverletzung sowie Landfriedensbruch angeklagt – und schwieg.

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          Zu Prozessbeginn hat Nasser R. geschwiegen. Der 44 Jahre alte Mann, der zu einer berüchtigten arabischen Großfamilie in Berlin gehört, ist angeklagt, im November zusammen mit mindestens neun weiteren Tätern im Ortsteil Gesundbrunnen drei Tschetschenen mit Schlagstöcken, Messern und Eisenstangen verletzt zu haben.

          Markus Wehner
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Einen Tag darauf soll R. gemeinsam mit Verwandten und Bekannten zwei weitere Tschetschenen aus einer Menschenmenge von rund 20 Personen angegriffen haben. Ein 24 Jahre alter Mann sagte als Zeuge aus, fremde Männer hätten ihn auf einem Parkplatz unvermittelt niedergeschlagen.

          Die Angriffe auf die Tschetschenen, die den Tätern aus dem Clan-Milieu offenbar unbekannt waren, gelten als Racheakt, nachdem zuvor eine Gruppe von Tschetschenen einen Imbiss im Bezirk Neukölln angegriffen hatte, der zum Imperium der Familie R. gerechnet wird. Sie schlugen dort mit Hämmern auf Gäste ein.

          Da beide Gruppen bundesweit Unterstützer mobilisierten, befürchtete die Berliner Polizei einen eskalierenden Bandenkrieg. Nasser R. habe sich nicht durch eine elektronische Fußfessel, die er nach Verbüßung einer mehrjährigen Haftstrafe trug, von den Straftaten abhalten lassen, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

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