https://www.faz.net/-gum-10e9m

Chronik : Entführungen Deutscher im Ausland

  • Aktualisiert am

Immer wieder werden deutsche Touristen im Ausland entführt. Unser Bild zeigt die Dünen in Gilf el-Kabir in Ägypten Bild: AFP

Deutsche Staatsbürger werden im Ausland immer wieder Opfer von Entführungen - wie gerade in Ägypten. Allein in diesem Jahr sind schon mindestens fünfzehn Deutsche verschleppt worden. Im folgenden eine Aufstellung der Entführungen der vergangenen Jahre.

          3 Min.

          Deutsche Staatsbürger werden im Ausland immer wieder Opfer von Entführungen - wie gerade in Ägypten. Allein in diesem Jahr sind schon mindestens fünfzehn Deutsche verschleppt worden. Im folgenden eine Aufstellung der Entführungen der vergangenen Jahre.

          10. August 1999: Rolf Sommerfeld wird von der größten kolumbianischen Guerillagruppe Farc gefangen genommen. Fünf Gefangene, darunter der 57-jährige Deutsche, werden am 13. August 2000 befreit.

          23. April 2000: Auf der Ferieninsel Sipadan im Osten Malaysias werden 21 Menschen, darunter die deutsche Familie Wallert, auf die Philippinen-Insel Jolo verschleppt. Mitte Juli kommt die erkrankte Renate Wallert frei, Walter und Marc Wallert folgen Ende August beziehungsweise im September.

          18. Juli 2001: Ulrich Künzel, ein Mitarbeiter der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), sein Bruder Thomas und sein Freund Reiner Bruchmann werden 200 Kilometer südwestlich von Bogotá von Farc-Rebellen verschleppt. Thomas Künzel gelingt Ende September die Flucht. Mitte Oktober kommen Ulrich Künzel und Bruchmann frei.

          27. Juli 2001: Bewaffnete Stammesangehörige nehmen in Sanaa einen deutschen Diplomaten als Geisel. Erst am 23. September lassen ihn seine Entführer frei.

          23. Februar 2003: Elf Touristen, darunter sechs Deutsche, werden in der Sahara entführt. In den folgenden Wochen verschwinden in Algerien insgesamt 32 Reisende, darunter 16 Deutsche. Die ersten 17 werden am 13. Mai gewaltsam befreit. Die übrigen Geiseln kommen Mitte August frei. Eine 45-jährige Deutsche stirbt an den Strapazen in der Wüste.

          12. September 2003: In Nordkolumbien werden acht ausländische Touristen entführt, unter ihnen die Deutsche Reinhilt Weigel. Nach 74 Tagen kommt sie zusammen mit einem Spanier frei.

          25. November 2005: Die 43-jährige Archäologin Susanne Osthoff wird zusammen mit ihrem Fahrer im Irak entführt. Nach zahlreichen Freilassungsappellen, darunter von drei ehemaligen Bundespräsidenten, wird Osthoff am 18. Dezember in Bagdad freigelassen.

          28. Dezember 2005: Im Ostjemen werden der frühere Außenstaatssekretär Jürgen Chrobog, seine Frau und seine drei Söhne verschleppt. Nach drei Tagen wird die Familie unversehrt freigelassen.

          24. Januar 2006: Die beiden Ingenieure René Bräunlich und Thomas Nitzschke werden in der nordirakischen Stadt Beidschi entführt. Nach 14 Wochen Geiselhaft kommen die beiden am 2. Mai frei.

          6. Februar 2007: Die im Irak verheiratete 61-jährige Deutsche Hannelore Krause und ihr Sohn Sinan werden in Bagdad verschleppt. Die Entführer drohen mit ihrer Tötung, sollten nicht alle Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan abgezogen werden. Hannelore Krause kommt Mitte Juli 2007 frei, ihr Sohn befindet sich weiter in der Hand der Geiselnehmer.

          4. Juli 2007: Das Auswärtige Amt gibt bekannt, dass seit einer Woche ein Deutscher in Afghanistan vermisst wird. Bereits am folgenden Tag kommen der Mann und sein Dolmetscher frei. Die Hintergründe bleiben rätselhaft.

          18. Juli 2007: Zwei deutsche Bauingenieure werden zusammen mit fünf afghanischen Kollegen in der Provinz Wardek von der radikalislamischen Taliban verschleppt. Der 43-jährige Rüdiger Diedrich wird am 21. Juli erschossen aufgefunden. Nach fast drei Monaten in Geiselhaft wird Rudolf Blechschmidt am 10. Oktober freigelassen.

          18. August 2007: Aus einem Restaurant in Kabul wird die 31-jährige Christina M. entführt. Die Entwicklungshelferin wird am 20. August von der Kabuler Polizei befreit.

          17. Dezember 2007: Afghanische Behörden bestätigen die Entführung eines Deutschen in der Provinz Herat. Der 42-Jährige ist Schreiner aus der Oberpfalz und arbeitete früher für die von Rupert Neudeck geleitete Hilfsorganisation „Grünhelme“. Harald K., der in Deutschland vorbestraft ist und mit Haftbefehl gesucht wird, gilt auch im August 2008 weiter als verschleppt. Das Auswärtige Amt ist weiter „in großer Sorge um sein Schicksal“.

          12. Februar 2008: Bei einem Überfall bringen Bewaffnete in Somalia einen deutschen Mitarbeiter der Welthungerhilfe in ihre Gewalt. Der Mann wird nach wenigen Stunden befreit.

          23. Juni 2008: In Somalia entführen Piraten zwei Deutsche von einer Yacht im Golf von Aden. Der 63 Jahre alter Mann und seine 51 Jahre alte Lebensgefährtin werden am 8. August freigelassen, nach Angaben eines somalischen Gouverneurs gegen die Zahlung von einer Million Dollar Lösegeld.

          8. Juli 2008: Drei deutsche Bergsteiger werden im Osten der Türkei von Rebellen der Kurdischen Arbeiterpartei PKK entführt. Die Männer aus Bayern im Alter von 33, 47 und 65 Jahren kommen am 20. Juli unversehrt wieder frei.

          11. Juli: Im Süden Nigerias werden zwei deutsche Mitarbeiter des Baukonzerns Bilfinger Berger von rund 30 Bewaffneten vom Firmengelände in Rumuji verschleppt. Genau fünf Wochen später, am 15. August, werden sie körperlich unversehrt freigelassen.

          20. September: In der somalischen Hafenstadt Bosasso wird ein Deutscher zusammen mit seiner somalischen Frau entführt. Zwei Tage später geben die Behörden die Befreiung des Paares bekannt.

          22. September: In Ägypten werden elf ausländische Touristen, darunter fünf Deutsche, verschleppt. Die Urlauber waren in Oberägypten in der Nähe der Grenze zum Sudan unterwegs und wurden in das Nachbarland verschleppt, wie die Regierung in Kairo mitteilte.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Unter Korruptionsverdacht : Früherer König Juan Carlos verlässt Spanien

          In einem Brief teilt der ehemalige spanische Monarch seinem Sohn mit, dass er das Land verlassen will. Juan Carlos ist in einen Finanzskandal verstrickt. Mit dem Schritt erspart er Felipe VI. eine schwere Entscheidung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.