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Sergej W. vor Gericht : Paris-Anschläge waren Vorbild für BVB-Bomber

Ein LKA-Beamter untersucht in der Nacht nach dem Anschlag den BVB-Mannschaftsbus. Bild: dpa

Sergej W. hat einen Anschlag auf einen BVB-Mannschaftsbus verübt und zuvor auf einen fallenden Kurs der BVB-Aktie spekuliert. Vor Gericht erzählt er jetzt, wie er zu seinem Plan kam.

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          Im Prozess um den Bombenanschlag auf die Mannschaft des Fußballklubs Borussia Dortmund hat der Angeklagte am Montag ausgesagt, er habe die Tat zuvor mit Attrappen am Teamhotel „L‘Arrivée“ geprobt. Der in Russland geborene deutsche Staatsbürger Sergej W. beteuerte abermals, er habe niemanden verletzen wollen. „Mein Ziel war es, die drei Bomben so sicher wie möglich zu gestalten“, sagte der Angeklagte.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Er habe den Anschlag nur vortäuschen wollen, um damit den Kurssturz der BVB-Aktie zu erreichen. Sergej W. hatte unmittelbar vor seiner Tat auf einen fallenden Kurs der BVB-Aktie spekuliert.

          Auf die Idee für die Tat sei er durch die Terrorwelle am 13. November 2015 in Paris gekommen. Unter anderem hatte sich damals in der französischen Hauptstadt im unmittelbaren Umfeld des Stadions, in dem das Freundschaftsspiel Frankreich gegen Deutschland stattfand, drei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Nach den Anschlägen habe es viele Spekulationen und auch Kursschwankungen gegeben, sagte Sergej W.

          Bei dem Bombenanschlag auf den BVB-Mannschaftsbus waren am 11. April 2017 ein Spieler und ein Polizist verletzt worden. Nach Erkenntnissen der Ermittler gab es nur durch glückliche Umstände keine Toten. Die Anklage wirft Sergej W. versuchten Mord aus Habgier in 28 Fällen vor.

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