Bürgermeister von Kandel :
„Die Forderung nach Abschiebung kommt mir zu früh“

Lesezeit: 2 Min.
„In aller Stille“: Gedenken an das getötete Mädchen in Kandel
Volker Poß ist Bürgermeister in Kandel, dort wurde am Mittwoch ein Mädchen erstochen. Im Interview distanziert er sich von einem SPD-Parteikollegen und spricht über die Erfahrungen, die er vor Ort mit Flüchtlingen gemacht hat.
Herr Poß, Sie haben öffentlich fremdenfeindliche Parolen in „vereinzelten E-Mails“ verurteilt, die Sie seit der tödlichen Messerattacke auf eine 15-Jährige in Kandel erreicht haben. Was steht in diesen Nachrichten?

Darin ist die Rede von Politikversagen, es werden Konsequenzen aus der Tat im Hinblick auf die Flüchtlingspolitik und Abschiebungen gefordert. Ich finde, da ist jetzt erst mal Zurückhaltung angebracht. Was für mich zählt, ist die Anteilnahme mit der Familie. Danach geht es um eine gute Ermittlungsarbeit, auch dahingehend, ob es Versäumnisse gab, die ich noch nicht erkennen kann, im Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Aber da jetzt schon in einer fremdenfeindlichen Tendenz Konsequenzen einzufordern ist für mich überhaupt nicht angebracht.

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