https://www.faz.net/-gum-9o9l5

Mord in Brasilien : Pastor wegen angeblicher Affäre von Söhnen getötet

  • Aktualisiert am

Die brasilianische Abgeordnete Flordelis dos Santos Souza hatte mit ihrem Mann 51 Kinder adoptiert. Bild: AFP

Die brasilianische Abgeordnete Flordelis dos Santos Souza und ihr Mann haben 51 Kinder adoptiert. Nun wurde die Leiche des Mannes mit 30 Einschüssen in der Garage des Hauses gefunden.

          1 Min.

          Ein grausamer Mord um eine bekannte brasilianische Abgeordnete, ihren Mann und mindestens zwei ihrer 55 eigenen und adoptierten Kinder beschäftigt derzeit die Polizei im Bundesstaat Rio de Janeiro. Wie brasilianische Medien am Freitag berichteten, wurde der evangelikale Pastor Anderson do Carmo von den beiden Söhnen als Vergeltung für eine angebliche außereheliche Affäre regelrecht hingerichtet. Einigen Berichten zufolge könnte auch seine Frau in die Ermordung verwickelt sein.

          Die Leiche des 42-Jährigen wurde demnach am vergangenen Sonntag in der Garage seines Hauses in der Stadt Niterói entdeckt. Sie wies 30 Einschüsse auf, die meisten davon im Unterleib. Zwei Tage später gestand eines der 51 Adoptivkinder des Paares, den Pastor auf Anweisung eines leiblichen Sohns der Frau getötet zu haben. Beide Männer wurden daraufhin festgenommen.

          Keine Hinweise auf eine Affäre des Opfers

          Carmo war mit der 16 Jahre älteren Abgeordneten Flordelis dos Santos Souza verheiratet. Einige Nachrichtenseiten berichteten, die Polizei verdächtige die 58-Jährige und ihre drei leiblichen Töchter, ebenfalls in das Drama verwickelt zu sein.

          Chefermittlerin Barbara Lomba sagte zu den Berichten, derzeit sei noch unklar, ob nur die beiden Brüder an dem Mord beteiligt seien oder noch andere. Es gebe viele mögliche Motive, und vielleicht stehe eine Kombination von ihnen hinter der Tat, fügte sie hinzu. Nach ihren Angaben gibt es aber keine Hinweise auf eine Affäre des Opfers.

          Die Abgeordnete der rechtsgerichteten Sozialdemokratischen Partei (PSDB) und Pastorin hatte ihren Mann 1994 kennengelernt. Gemeinsam gründeten sie die sogenannte Evangelikale Gemeinschaft Flordelis.

          Vor vier Jahren erklärte Flordelis dos Santos Souza, warum sie und ihr Mann so viele Adoptivkinder haben. „Eines Morgens bin ich von einem Tumult vor meiner Haustür aufgewacht. Als mein Mann und ich die Tür öffneten, standen dort 37 Kinder und Jugendliche, die vor einem Gemetzel im Central do Brasil (einem Bahnhof von Rio) geflohen waren. So startete meine Geschichte der Adoptionen“, erzählte sie damals.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Gergely Karácsony auf einer Aufnahme vom März 2018

          Kommunalwahlen in Ungarn : Orbans Fidesz verliert Budapest

          In Ungarns Großstädten hat die Partei von Regierungschef Viktor Orban einen schweren Stand. Der künftige Bürgermeister von Budapest will die Hauptstadt „transparent, solidarisch und grün“ machen.
          Zweimal Gündogan: Kimmich schreit seine Erleichterung über die Treffer des Kollegen heraus.

          3:0 für Deutschland : Geduldsspiel in Tallinn

          Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft muss einen frühen Platzverweis von Emre Can verkraften, gewinnt aber nach zähem Beginn 3:0 in Estland. Gündogan trifft zweimal, Werner setzt noch einen drauf.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.