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Wegen Missbrauchsvorwürfen : Brutaler Sektenführer schuldig gesprochen

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Die Zeichnung eines Künstlers zeigt den Angeklagten (Mitte) und seine Anwälte im Gerichtssaal. Bild: AP

Nach Ansicht der Jury hielt Keith Raniere Frauen als Sexsklavinnen und zwang sie unter anderen zu Abtreibung. Bei der noch ausstehenden Strafmaßverkündung muss er mit lebenslanger Haft rechnen.

          Der amerikanische Sektenführer Keith Raniere, der Frauen als Sexsklavinnen hielt und ihnen seine Initialen in die Haut brennen ließ, verbringt voraussichtlich einige Jahrzehnte im Gefängnis. Nach einem fast sieben Wochen langen Prozess vor dem Bundesgericht in Brooklyn sprach die Jury den Achtundfünfzigjährigen am Mittwoch schuldig.

          Der Gründer der Sekte Nxivm, einer vermeintlichen Selbsthilfebewegung für Führungskräfte, hatte immer wieder weibliche Mitglieder vergewaltigt und zu Abtreibungen gezwungen. Um Enthüllungen zu unterdrücken, ließ er die Frauen Fotos ihrer Genitalien aufnehmen, die er als Druckmittel aufbewahrte. Als die Missbrauchsvorwürfe gegen Raniere im Jahr 2017 lauter wurden, setzte er sich nach Mexiko ab. Dort wurde er im Frühjahr 2018 verhaftet und an die Vereinigten Staaten ausgeliefert.

          Die in den neunziger Jahren gegründete Sekte zog immer wieder Prominente an. Zu Ranieres Anhängerinnen zählten Schauspielerinnen wie Allison Mack („Smallville“), Grace Park („Battlestar Galactica“) und Linda Evans („Dynasty“) sowie die Erbinnen des einstigen Alkohol-Imperiums Seagram, Clare und Sara Bronfman. Da einige Mitglieder weitere Sexsklavinnen rekrutierten, erhob die Staatsanwaltschaft gegen sie ebenfalls Anklage. Nach Zeugenaussagen über Nxivm können die Komplizinnen des Sektenführers aber auf vergleichsweise milde Strafen hoffen. Raniere selbst droht bei der Strafmaßverkündung am 25. September lebenslange Haft.

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