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Neuer Höchstwert : Brasiliens Polizei tötete 2018 wohl mehr als 6000 Menschen

  • Aktualisiert am

Polizisten am 8. Februar in Rio de Janeiro – 13 Menschen starben an diesem Tag bei Schießereien mit der Polizei Bild: EPA

Ein brasilianisches Institut hat errechnet, dass die Polizei 2018 in dem Land 6160 Menschen getötet hat. Die Zahl könnte ungenau sein – manche Behörden weigerten sich, Angaben zu machen.

          Die brasilianische Polizei hat im vergangenen Jahr offenbar 6160 Menschen getötet. Die Zahl sei damit im Vergleich zu den Vorjahren auf einen Höchstwert gestiegen, berichten brasilianische Medien am Donnerstag (Ortszeit) unter Berufung auf Zahlen des Instituts „Forum Brasileiro de Seguranca Publica“ (Brasilianisches Sicherheitsforum). Im Jahr 2017 töteten Polizisten demnach 5225 Menschen.

          Das für die Daten verantwortliche Sicherheitsforum gab an, die Zahlen könnten ungenau sein, da sich Behörden in manchen Regionen des Landes geweigert hätten, Angaben über die Todesfälle zu machen. In anderen Regionen seien die herausgegebenen Zahlen zweifelhaft.

          Medienberichten zufolge steht der Rekordwert dem allgemeinen Trend entgegen, wonach die Zahl der Morde im vergangenen Jahr insgesamt deutlich zurückging. Auch die Zahl der ermordeten Polizisten sei von 374 im Jahr 2017 auf 307 im Jahr 2018 gesunken.

          Experten gehen davon aus, dass der aggressive Diskurs des im Januar angetretenen Präsidenten Jair Messias Bolsonaro für den Anstieg der Zahlen mitverantwortlich sei. Bolsonaro hatte während des 2018 laufenden Wahlkampfs angekündigt, Polizisten für jeden „Abschuss“ eines Banditen auszeichnen zu wollen. Beobachter vermuten zudem, dass Teile der Polizei von gewaltbereiten Milizen unterwandert worden seien. Die mafiaähnlich organisierten Milizen nutzten die polizeilichen Strukturen für illegale Geschäfte.

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