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Bluttat in Rot am See : „Er war still, verschlossen, intelligent“

Ermittler sichern Spuren am Tatort in Rot am See: Bewohner des Ortes haben von Konflikten in der Familie nichts mitbekommen, sagen sie. Bild: EPA

Ein junger Mann bringt in einem 5000-Seelen-Nest sechs Familienangehörige um und ruft dann selbst die Polizei. Niemand weiß, warum. Der Fall sticht heraus. Ein Ortsbesuch.

          6 Min.

          Kurz vor Mittag kommt die Feuerwehr noch einmal in die Bahnhofstraße in Rot am See. Knapp 24 Stunden sind vergangen seit dem mutmaßlichen sechsfachen Familienmord in der 5000-Einwohner-Gemeinde im fränkischen Zipfel im Norden Baden-Württembergs. Die Feuerwehrleute gehen auf den Hof des Gasthauses „Deutscher Kaiser“ aus gelbem Sandstein, das auf der Frontseite schön saniert ist; sie verlegen einen Schlauch und beginnen, den Tatort großflächig zu reinigen. Die Kriminalpolizei hat alle Tatortspuren gesichert. Die Spurensicherung ist am Samstagmittag so gut wie abgeschlossen – die Motivsuche für die schreckliche Familientragödie noch lange nicht.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Am Freitag um 12:48 Uhr meldete sich der mutmaßliche Täter Adrian S. im Polizeipräsidium Aalen und teilte mit, dass er soeben mehrere Familienmitglieder getötet habe. Der Verdächtige habe sich am Telefon ruhig verhalten, er sei auch am Ort geblieben, sagt der Aalener Polizeipräsident Reiner Möller wenige Stunden später. Um 12.58 Uhr treffen die Polizisten des Reviers in Rot am See in der Bahnhofstraße ein. Sie nehmen Adrian S. sofort fest. Er leistet keinen Widerstand. Vom Polizeirevier zur Gaststätte sind es nur 500 Meter Luftlinie, deshalb können die Beamten so schnell am Tatort sein. Auf ein Sondereinsatzkommando (SEK) müssen sie nicht warten. Vorbestraft ist der Festgenommene nicht; ein Beamter vom örtlichen Revier sagt, der Mann sei ihm noch nie aufgefallen.

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