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Bundeskriminalamt : Europaweite Razzia wegen Falschgeld aus dem Darknet

In neun Bundesländern wurden Wohnungen durchsucht. (Symbolbild) Bild: dpa

In den vergangenen Tagen hat es zahlreiche Durchsuchungen bei Tatverdächtigen in Deutschland und Europa gegeben. Sie sollen „Blüten“ von einer Produktionsstätte in Portugal bezogen haben, die im Sommer enttarnt wurde.

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          Kriminelle nutzen das „Darknet – den dunklen, verborgenen Teil des Internets – immer häufiger nicht nur als Umschlagplatz für Waffen oder Drogen, sondern auch für gefälschtes Geld. Wegen des Verdachts auf den Erwerb von Falschgeld hat nun das Bundeskriminalamt (BKA) zusammen mit Polizeidienststellen aus sieben Bundesländern seit Montag vergangener Woche die Wohnungen von 20 Tatverdächtigen in sieben Bundesländern durchsucht.

          Kerstin Papon
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Zeitgleich hätten Durchsuchungen bei je vier Tatverdächtigen in Bayern und Nordrhein-Westfalen stattgefunden, teilte das BKA am Montag mit. Zudem habe es ähnliche Maßnahmen in Frankreich, Griechenland, Luxemburg, Irland, Österreich und Spanien unter Leitung von Europol, der europäischen Polizeibehörde, gegeben.

          Die Tatverdächtigen im Alter von 15 bis 59 Jahren stehen im Verdacht, von Dezember 2018 bis Juli 2019 auf illegalen Handelsplattformen im Darknet sowie über verschlüsselte Messenger-Dienste Falschgeld erworben zu haben. Die Produktionsstätte dieser „Blüten“ ist im Juli im portugiesischen Catanhede ausgemacht worden. Fünf mutmaßliche Hersteller und Verkäufer seien in Portugal und Kolumbien festgenommen worden, teilte das BKA weiter mit.

          Falscher Fünfziger beliebt

          In Hessen zum Beispiel fanden die Durchsuchungen in Frankfurt sowie in den Landkreisen Gießen und Limburg-Weilburg statt. Sichergestellt wurden insgesamt zahlreiche Beweismittel wie Falschgeld, Computer, mobile Endgeräte, Datenträger, gefälschte Ausweise oder dafür nötige Materialien, waffenrechtlich verbotene Gegenstände und Betäubungsmittel.

          Bei dem von den Tatverdächtigen vermutlich erworbenen Falschgeld handelt es sich um 50- und 10-Euro- Geldscheine. Laut Deutscher Bundesbank ist der falsche „Fünfziger“ unter Fälschern mit Abstand der beliebteste Schein. Zuletzt entfielen auf ihn zwei Drittel aller Fälschungen.  Vor gut zwei Jahren hatte Vexcash, ein Anbieter von Kurzzeitkrediten über das Internet, herausgefunden, dass ein gefälschter 50-Euro-Schein im Darknet 1,90 Euro kostete.

          So ein Kauf kann den Erwerber aber teuer zu stehen kommen. Laut Strafgesetzbuch drohen im Zusammenhang mit Falschgeld in der Regel Freiheitsstrafen von mindestens einem Jahr.

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