Tugce-Prozess :
Unklar, ob Tugces tödlicher Hilfseinsatz nötig war

Von Timo Frasch, Darmstadt
Lesezeit: 4 Min.
Sanel M. versteckte sein Gesicht vor den Fotografen.
Zu Beginn des Tugce-Prozesses hat der Angeklagte Sanel M. sich reuig gezeigt. Die Studentin will er nur geohrfeigt haben. Nach der Vernehmung von zwei wichtigen Zeuginnen ist unklar, ob Tugce ihnen überhaupt helfen musste.

Die Familie der getöteten Tugce Albayrak nahm schon eine halbe Stunde vor Prozessbeginn im Saal 3 des Landgerichts Darmstadt Platz: die beiden Brüder, die die gleichen Augen haben wie ihre Schwester, die Mutter und der Vater. Sie alle sind Nebenkläger im Prozess gegen den Angeklagten Sanel M., dessen Schlag auf einem Offenbacher Parkplatz für Tugce tödlich endete. Vor allem den Eltern fiel es sichtlich schwer, hier zu sitzen. Die Mutter gehe kaum mehr aus dem Haus, sollte einer von Tugces Brüdern, Dogus Albayrak, später sagen. Sie sei arbeitsunfähig, genauso wie der Vater. Er selbst, so Dogus Albayrak weiter, habe im Studium ein Urlaubssemester eingelegt, und der andere Bruder habe seine Ausbildung abgebrochen. Ja, die Schockstarre, die sei inzwischen vorbei, sagte er auf die Frage des Oberstaatsanwalts, ob es langsam aufwärts gehe. Die Familie befinde sich jetzt in der Realisierungsphase. Und die sei „noch extremer“.

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