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Nach Cosby-Freilassung : „Diese Entscheidung ist beunruhigend“

  • -Aktualisiert am

Bill Cosby kehrt aus dem Gefängnis nachhause zurück. Bild: Reuters

Bill Cosby ist überraschend freigelassen worden. Nicht nur sein Opfer Andrea Constand ist über die Entscheidung des Gerichts empört.

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          Nach der überraschenden Freilassung des wegen sexueller Nötigung verurteilten amerikanischen Entertainers Bill Cosby fürchtet sein Opfer Andrea Constand um das Vertrauen vieler Frauen in das Rechtssystem. „Die Entscheidung zu Bill Cosby ist nicht nur enttäuschend, sondern auch beunruhigend. Sie könnte viele davon abhalten, künftig sexuelle Übergriffe anzuzeigen oder bei der Verfolgung der Täter zu helfen“, ließ die Sportmanagerin am Mittwoch durch ihre Anwälte mitteilen.

          Cosby war 2018 zu einer Haftstrafe von drei bis zehn Jahren verurteilt worden, weil er Constand 2004 in seinem Haus bei Philadelphia (Pennsylvania) mit Medikamenten betäubt und sexuell missbraucht hatte. Der Oberste Gerichtshof des Bundesstaates hatte am Mittwoch dennoch unerwartet die Entlassung des Dreiundachtzigjährigen aus dem Gefängnis angeordnet. Da ein ehemaliger Staatsanwalt dem lange als „America’s Dad“ bekannten Schauspieler und Komiker 2005 zugesagt hatte, ihn im Gegenzug für eine Aussage in einem Zivilprozess nicht strafrechtlich zu belangen, sei das Urteil aus dem Jahr 2018 hinfällig.

          „Das Gericht hat das Urteil aus technischen Gründen aufgehoben. Es hat Bill Cosbys Verhalten aber nicht verteidigt“, sagte die kalifornische Frauenrechtlerin Gloria Allred, die mehr als 30 mutmaßliche Opfer vertritt, wenige Stunden nach der Freilassung. Neben Constand soll Cosby mindestens weitere 60 Frauen sexuell missbraucht haben.

          Auch Hollywood ließ der Empörung über die Entscheidung des Pennsylvania State Supreme Court freien Lauf. Rosanna Arquette, die angeblich von Harvey Weinstein missbraucht wurde, erinnerte bei Twitter an die #MeToo-Bewegung, Debra Messing sprach Cosbys Opfern ihr Mitgefühl aus. Die Anwälte des gefallenen Hollywood-Moguls Weinstein, der eine 23 Jahre lange Haftstrafe wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs verbüßt, teilten derweil mit, nach ihrem Berufungsantrag vor Gericht in New York ebenfalls eine positive Entscheidung zu erwarten.    

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