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Unfall bei Schießtraining? : Bewährungsstrafe für Polizisten, der Kollegen erschoss

  • Aktualisiert am

Der angeklagte Polizist sitzt im Landgericht hinter seinem Anwalt. Bild: dpa

Ein 23 Jahre alter Polizist, der seinen gleichaltrigen Kollegen mit einem Schuss in den Nacken tötete, bekommt eine Bewährungsstrafe. Der zuständige Richter spricht von einem „tragischen Fall“.

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          Ein Polizist, der einen Kollegen bei einem Schießtraining versehentlich tödlich verletzt hatte, ist am Montag in Bonn zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Bonn verurteilte ihn zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Der Richter sprach von einem „tragischen Fall“, der im Prozess nicht restlos habe aufgeklärt werden können.

          Der genaue Hergang des fatalen Geschehens vor einem Schießtraining mit scharfen Waffen konnte aber in dem Prozess nicht restlos geklärt werden. Als Bewährungsauflage muss der frühere Polizist 3000 Euro an die Polizeistiftung zahlen. Gegen das Urteil  ist Revision beim Bundesgerichtshof möglich.

          Das Landgericht blieb mit seinem Urteil deutlich unter der Strafmaßforderung der Staatsanwaltschaft, die drei Jahre Haft beantragt hatte. Die Verteidigung plädierte hingegen auf eine geringere Strafe für den 23-Jährigen, nannte aber keine konkrete  Forderung. Freiheitsstrafen können nur zur Bewährung ausgesetzt werden, wenn sie zwei Jahre nicht überschreiten.

          Der angeklagte Ex-Polizist hatte im vergangenen November unmittelbar vor einem Einsatztraining mit scharfen Waffen einem gleichaltrigen Kollegen im Polizeipräsidium Bonn in den Hals geschossen, dieser starb später an seinen Verletzungen. Die Abläufe blieben in dem Bonner Verfahren strittig. Der Beschuldigte sprach von einem tragischen Unfall bei der Vorbereitung auf das Training, bei dem sich ein Schuss gelöst habe.

          Die Staatsanwaltschaft machte hingegen geltend, der heutige Ex-Beamte habe wohl absichtlich auf den Nacken des vor ihm gehenden Kollegen gezielt - allerdings in der irrigen Annahme, noch eine unechte Trainingswaffe in Händen zu halten. Kurz vor dem  tödlichen Schuss im Bonner Präsidium hatten beide Beamte in Sankt Augustin bei Bonn an einem Antiterrortraining teilgenommen, bei dem sie mit nicht funktionsfähigen Waffen ausgestattet waren.

          Prozesse wegen fahrlässiger Tötung finden in der Regel vor Amtsgerichten statt. In diesem Fall hatte die Bonner Staatsanwaltschaft Anklage beim Landgericht erhoben, weil sie dem Verfahren besondere Bedeutung beimaß.

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