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Betrüger „Don Mikel“ : Clan-Chef zu langer Haft verurteilt

  • -Aktualisiert am

Wegen Betrugs in 20 Fällen muss „Don Mikel“, Chef eines Leverkusener Clans, für acht Jahre ins Gefängnis. Bild: dpa

Mit Maschen wie dem Enkeltrick hat sich das Oberhaupt eines Leverkusener Familienclans über Jahre bereichert. Lange kam „Don Mikel“ mit glimpflichen Strafen davon. Doch nun hat das Landgericht Köln ein deutliches Zeichen gesetzt.

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          Erstaunlich lange kam „Don Mikel“ bei der Justiz vergleichsweise glimpflich davon. Doch seit einiger Zeit greift sie konsequent durch gegen den vielleicht hartnäckigsten Betrüger des Rheinlands und jenen Teil seiner Angehörigen, die ebenfalls kriminell sind. Am Freitag hat nun das Landgericht Köln ein weiteres deutliches Zeichen gesetzt: Der Boss des berüchtigten Leverkusener Familienclans muss wegen Betrugs in insgesamt 20 Fällen acht Jahre in Haft. Die Kammer ging damit noch über die Forderung der Anklage hinaus, die in ihrem Plädoyer siebeneinhalb Jahre gefordert hatte.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Schon seit Jahren ermittelt eine Kölner Sonderkommission gegen Mitglieder des weitverzweigten Roma-Clans und vor allem gegen Michael G. alias „Don Mikel“ wegen des Verdachts auf Geldwäsche, Urkundenfälschung und eben wegen gewerbsmäßigen Betrugs. Mit perfiden Maschen wie dem Enkel- oder dem Teppichtrick sollen die deutschen Staatsbürger, die allesamt der seit den sechziger Jahren in Leverkusen ansässigen Roma-Familie G. angehören, gutgläubige Senioren um viel Geld gebracht haben. Mehrere Verfahren sind bereits abgeschlossen.

          Unter anderem wurde auch „Don Mikel“ im November 2018 wegen Betrugs an einem älteren Ehepaar in Norddeutschland zu mehr als vier Jahren Haft verurteilt. Im Prozess, der am Freitag zu Ende ging, mussten sich neben dem Zweiundvierzigjährigen drei weitere Clanmitglieder verantworten. Zwei von ihnen bekamen wegen Beihilfe zur Geldwäsche Haftstrafen von etwas mehr als einem Jahr, eine davon auf Bewährung. „Don Mikels“ 22 Jahre alter Sohn Richard, der als Strohmann fungierte, muss 100 Sozialstunden leisten.

          Durch fortwährende Manipulation hatte sich „Don Mikel“ allein von einem gutgläubigen Ehepaar aus Frechen rund eine Million Euro ergaunert. Zudem war er wegen Sozialbetrugs angeklagt. Er hatte behauptet, vermögenslos zu sein und deshalb staatliche Transferleistungen bezogen. Bei einer Razzia gegen den Clan hatte die Polizei im März 2018 dann aber Luxusautos, Schmuck, Bargeld und Immobilien beschlagnahmt.

          Erst am Mittwoch durchsuchte die Polizei während einer weiteren Razzia in Leverkusen mehrere Wohnungen der stadtbekannten Großfamilie. Diese Aktion richtete sich gegen acht Clan-Mitglieder im Alter zwischen 23 und 31 Jahren, die nach „Don Mikels“ Vorbild „unter Vortäuschung ihrer Hilfsbedürftigkeit im Leistungsbezug des Jobcenters Leverkusen stehen“, wie es von der Staatsanwaltschaft hieß. Die durchsuchten Wohnungen der angeblich mittellosen Beschuldigten waren teils luxuriös ausgestattet.

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