https://www.faz.net/-gum-a7anp

Für 160 Pfund in bar : Betrüger in London macht „Impfungen“

Ein Mann gibt sich als Mitarbeiter des Nationalen Gesundheitsdienstes aus und nimmt vermeintliche Impfungen gegen Bargeld vor. (Symbolbild) Bild: dpa

Ein Mann gibt sich in London als Mitarbeiter des Nationalen Gesundheitsdienstes aus und nimmt vermeintliche Impfungen gegen das Coronavirus vor. Die Polizei fahndet nach dem Betrüger. Was er injiziert, ist unklar.

          1 Min.

          Die Polizei in London fahndet nach einem Mann, der sich als Mitarbeiter des Nationalen Gesundheitsdienstes (NHS) ausgibt und vermeintliche Impfungen gegen Bargeld vornimmt. Ein Polizeisprecher bat die Bevölkerung am Freitag um Mithilfe: „Es ist wichtig, dass wir ihn finden, weil er nicht nur Bürger um Geld betrügt, sondern Leben gefährden könnte.“ Der Mann hatte sich kurz vor Neujahr über Textnachrichten bei einer 92 Jahre alten Frau im Süden Londons angemeldet und ihr in deren Wohnung eine Injektion gegeben. Er kassierte dafür 160 Pfund, die angeblich vom NHS zurückerstattet würden. Anfang der Woche meldete er sich abermals bei der Frau und verlangte für eine zweite „Impfung“ 100 Pfund.

          Jochen Buchsteiner

          Politischer Korrespondent in London.

          Was der Betrüger injiziert hat, ist unklar. Bei einer ärztlichen Untersuchung zeigte die Frau keine gesundheitlichen Folgen. Die Polizei sprach von einem „abstoßenden und völlig inakzeptablen Angriff“. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums machte darauf aufmerksam, dass der NHS kein Geld für Impfungen verlangt. Der staatliche Gesundheitsdienst würde auch nie nach Bankverbindungen, Pin-Nummern oder Zugangscodes fragen. Wer mit irgendeiner Form von Geldforderungen konfrontiert werde, solle sich umgehend beim Betrugsdezernat von Scotland Yard melden.

          200 Pfund Strafe für Tee trinken während Spaziergang

          Unterdessen häufen sich auch die Vorwürfe gegen die Polizei selbst, seit sie die neuen Lockdown-Auflagen nach Meinung von Kritikern allzu streng auslegt und unangemessen hart gegen Verstöße vorgeht. In Derbyshire stoppten Polizisten zwei Frauen, die mit einem Pappbecher Tee in der Hand spazieren gingen. Sie mussten jeweils 200 Pfund Strafe zahlen, weil nur Körperertüchtigung erlaubt sei, Teetrinken aber als „Picknick“ einzustufen sei. Im schottischen Aberdeen klopfte die Polizei an ein Haus, nachdem Nachbarn eine unerlaubte Zusammenkunft gemeldet hatten. Die Eigentümerin, die sich mit zwei weiteren Erwachsenen im Inneren aufhielt, verwies die Beamten lautstark des Hauses. Nun muss sie sich wegen Beschimpfungen und Widerstands gegen die Staatsgewalt verantworten.

          An Londoner Bahnhöfen wurden am Freitag Passagiere von Polizisten gestoppt und nach dem Grund ihrer Reise befragt. Innenministerin Priti Patel hatte am Donnerstag gesagt, es sei „richtig“, wenn Polizisten das Einhalten der Auflagen kontrollieren und etwa gegen Bürger vorgehen, die auf Parkbänken sitzen. Laut Lockdown-Regeln dürfen die Briten das Haus nur für notwendige Geschäfte verlassen und auch nur ein Mitglied eines anderen Haushalts treffen. Voraussetzung dafür ist eine gemeinsame körperliche Aktivität.

          Weitere Themen

          Mit der Tram an die Playa de Palma

          Hilfsgelder für Verkehrswende : Mit der Tram an die Playa de Palma

          Eine Straßenbahnlinie soll von der Innenstadt von Palma über den Flughafen bis nach El Arenal führen – mit einem Stopp am „Ballermann“-Strand. Bisher nutzten Millionen Fahrgäste jedes Jahr Busse für die Strecke.

          Schlag gegen Drogenbanden

          Großrazzia : Schlag gegen Drogenbanden

          Etwa 1300 Polizeibeamte haben bei einer Großrazzia in Sachsen und anderen Bundesländern das Drogenmilieu ins Visier genommen. Vor allem in Dresden und Leipzig wurden zahlreiche Gebäude durchsucht.

          Topmeldungen

          Corona-Teststation auf der Insel Ibiza

          Neues Corona-Medikament : Die Herbstzeitlose gibt Hoffnung

          In einer großen Covid-19-Studie soll der Pflanzenwirkstoff Colchicin überzeugt haben. Mit ihm wäre ein leicht verfügbares und preiswertes Mittel im Kampf gegen die schweren Krankheitsverläufe gefunden.
          Apple-Chef Tim Cook (links) und Facebook-Chef Mark Zuckerberg: Die beiden Konzerne liefern sich zurzeit einen Streit über die mögliche Nachverfolgung von Nutzern (Tracking).

          Gewinner der Corona-Krise : Starkes Wachstum bei Apple und Facebook

          Apple übertrifft dank neuer iPhones alle Erwartungen, am stärksten legte allerdings ein anderes Produkt zu. Auch Facebook beschleunigt sein Wachstum, spricht jedoch von „erheblicher Unsicherheit“. Und Mark Zuckerberg leistet sich Seitenhiebe auf Apple.
          Tesla-Chef Elon Musk

          Bilanz der Tech-Konzerne : Gemischtes Bild bei Tesla

          Zwar weist Tesla erstmals in seiner Geschichte einen Jahresgewinn aus, dennoch bleibt der Elektroautohersteller – anders als Apple und Facebook – hinter den Erwartungen zurück. Für das kommende Jahr hat der Konzern große Pläne.

          Vendée Globe : Herrmann kollidiert mit Fischerboot – Dalin als Erster im Ziel

          Bei der härtesten Segelregatta der Welt überfährt Charlie Dalin als Erster die Ziellinie. Und dennoch ist der Franzose wohl nicht Sieger der Vendée Globe. Boris Herrmann entgeht auf der Jagd nach dem Podium nur knapp einer Katastrophe.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.