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San Diego : Betreiber von Pornoseite vor Gericht

  • Aktualisiert am

In Hotelzimmern: In San Diego wurden Frauen zur Pornografie gedrängt. Bild: Picture-Alliance

Sie sollen Dutzende Frauen durch Model-Anzeigen zum Pornodreh gebracht haben und sie über die Veröffentlichung belogen haben. Nun stehen die Betreiber zweier beliebter Pornoseiten vor Gericht.

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          Seit dieser Woche müssen sich die Betreiber und Mitarbeiter zweier beliebter Pornografie-Plattformen im amerikanischen San Diego vor Gericht verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, seit 2013 Frauen über Model-Anzeigen angeworben zu haben und sie dann zu pornografischen Videoaufnahmen genötigt zu haben, wie die New York Times berichtet. Bei der Aufklärung des Falls war das amerikanische Bundeskriminalamt FBI beteiligt.

          Laut einer bei Gericht eingereichten Beschwerde sollen die Angeklagten durch Täuschung und falsche Versprechungen Frauen durch Model-Anzeigen auf der Kleinanzeigen-Plattform „Craigslist“ angelockt haben. Frauen, die auf die Anzeigen reagierten, mussten erfahren, dass es sich in Wahrheit um das Anwerben für pornografische Videos handeln würde. Ihnen soll  bis zu 5000 Dollar pro Videodreh versprochen worden sein.

          Den Frauen wurde von den Betreibern der Seiten gesagt, dass ihre Identität bei Verwendung der Videos geheim gehalten werden würde. Die Videos sollten auch nicht online gestellt werden, sondern nur an einzelne Kunden im Ausland verkauft werden. Das erwies sich als Lüge. Die Frauen wurden nach San Diego geflogen, wo die Dreharbeiten in einem Hotelzimmer stattfanden. Mehrere Frauen berichteten, dass sie zu sexuellen Praktiken gedrängt wurden, denen sie nicht zugestimmt hatten. Oft wurde den Frauen anschließend weniger Geld gezahlt, als zuvor vereinbart.

          Gegen die beiden Besitzer der Webseitenbetreiber von „GirlsDoPorn“ und „GirlsDoToys“, zwei 37 Jahre alte Männer, sowie einen 31 Jahre alten Mitarbeiter, werden dieselben Anklagepunkte erhoben: illegaler Sexhandel in mehreren Fällen, Betrug und Zwang. Der zweite Mitarbeiter, ebenfalls 37 Jahre alt, soll dabei geholfen haben die Frauen zu rekrutieren. Ihm wird daher die Verschwörung zur illegalen Sexarbeit, Betrug und Zwang vorgeworfen.

          Der Anwalt der 22 klagenden Frauen, Ed Chapin, sagte der New York Times: „Es ist widerwärtig, was da passiert ist. Aber ich bin froh, dass das Bundeskriminalamt den Fall wahrnimmt und zu den Ermittlungen beigetragen hat.“

          Wie aus den Gerichtsunterlagen hervorgeht, sagten die Seitenbetreiber laut „New York Times“ aus, die Frauen hätten Verträge unterschrieben, die die Erlaubnis erhalten, dass die gedrehten Videos überall jederzeit gezeigt werden dürften. Die Klägerinnen berichteten zuvor, dass sie Verträge unterschrieben, nachdem ihnen Alkohol und Marihuana angeboten wurde und sie die Dokumente nicht behalten dürften.

          Die beiden pornografischen Seiten sollen über 17 Millionen Dollar eingebracht haben. Seit über einem Jahrzehnt wurde keine signifikante Klage mehr gegen die Pornografie-Produzenten in Amerika vor Gericht gebracht. Seit letztem Jahr wurde das Gesetz gegen illegale Sexarbeit im Internet in Amerika verschärft.

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