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Bestechung an Elite-Unis : Abgelehnte Uni-Bewerber fordern jetzt Schadensersatz

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Die University of Southern California soll eine der Unis sein, an denen Eltern ihren Kindern durch Geldspenden Vorteile verschafften. Bild: AFP

In den Bestechungsskandal um amerikanischen Elite-Universitäten mischen sich nun ehemalige Bewerber: Mit einer Sammelklage fordern sie eine Entschädigung für alle, die von den betroffenen Unis abgelehnt wurden.

          Nach Anklagen gegen fast 50 amerikanische Großverdiener, die ihren Kindern durch Schmiergeldzahlungen Studienplätze an einigen der renommiertesten Hochschulen der Vereinigten Staaten sicherten, haben Studenten der Stanford University eine Sammelklage eingereicht. Erica Olsen und Kalea Woods fordern Schadenersatz für jeden Absolventen einer High School, der sich in den Jahren 2012 bis 2018 an Universitäten wie der University of Southern California (USC), Yale oder Georgetown bewarb und abgelehnt wurde.

          Die Studentinnen waren trotz erstklassiger Ergebnisse bei dem standardisierten Test für Studienplatzbewerber (SAT) und dem Leistungstest für Hochschulreife (ACT) sowie sportlichen Höchstleistungen im Jahr 2017 von Yale und USC abgelehnt worden. „Wenn Olsen gewusst hätte, dass das Aufnahmeverfahren der Yale University durch Betrug ausgehöhlt wurde, hätte sie sich das Geld für die Bewerbung gespart. Sie hat nicht das bekommen, für das sie bezahlt hat, nämlich ein faires Aufnahmeverfahren“, heißt es in der Klageschrift vor einem Bundesgericht.

          Den Verdächtigen drohen bis zu fünf Jahre Haft

          Nach monatelangen Ermittlungen der amerikanischen Bundespolizei (FBI) waren am frühen Dienstagmorgen fast 50 Verdächtige wegen Schmiergeldzahlungen und der Verschwörung zu Post- und Telekommunikationsbetrug festgenommen worden. Sie sollen dem kalifornischen Geschäftsmann William Singer bis zu sechs Millionen Dollar gezahlt haben, um den Nachwuchs mit heimlich korrigierten SAT-Tests und als angebliche Hochleistungssportler an einigen der besten Universitäten des Landes unterzubringen.

          Zu den mutmaßlichen Schmiergeldzahlern zählen auch die Schauspielerinnen Felicity Huffman (“Desperate Housewives“) und Lori Loughlin (“Full House“). Wie amerikanische Medien am Donnerstag meldeten, beendete der Hallmark Channel nach dem Skandal die Zusammenarbeit mit Loughlin. Die Vierundfünfzigjährige stand für die Serien „When Calls the Heart“ und „Garage Sale Mystery“ des Senders vor der Kamera. Loughlin soll gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Modemacher Mossimo Giannulli, 500.000 Dollar für die Studienplätze ihrer Töchter Olivia Jade und Isabella an der University of Southern California in Los Angeles gezahlt haben.

          Auch Olivia Jade, die als Influencerin in sozialen Medien Kosmetik und Mode bewirbt, wurde nach den Enthüllungen von Unternehmen wie Sephora und Unilever aus den Verträgen gestrichen. Die Neunzehnjährige und ihre 20 Jahre alte Schwester sollen das Studium an USC aus Angst vor Hänseleien durch Kommilitonen derweil aufgegeben haben. Ihre Eltern, die gegen zwei Millionen Dollar Kaution vorerst auf freiem Fuß blieben, erwartet am 29. März die nächste gerichtliche Anhörung. Wie den übrigen Verdächtigen des bislang größten Zulassungsbetrugs an amerikanischen Hochschulen drohen ihnen bei einer Verurteilung bis zu fünf Jahre Haft.

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