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Aus Verkehr gezogen : Dieses goldene Auto blendet einfach zu sehr

  • -Aktualisiert am

Düsseldorf: Ein goldener SUV wird nahe der Königsallee abgeschleppt. Bild: dpa

Die Protz-Frequenz auf der Düsseldorfer Königsallee lässt nicht nach. Jetzt hat die Polizei einen mit Goldfolie überzogenen SUV sichergestellt, weil der „bei entsprechendem Sonnenlicht deutlich blendete“.

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          Auf der Düsseldorfer Königsallee gehört es dazu, dass man zeigt, was man Teures hat. Auch Leute, die mit ihren Luxusautos auffallen wollen, zieht der international bekannte Boulevard an. Unter ihnen sind zunehmend Mitglieder der Poser-Szene, die ihre Wagen teilweise illegal tiefer legen, unerlaubte Felgen montieren, superbreite Reifen aufziehen und die Motoren und Auspuffanlagen ihrer Autos verändern. Meist erscheinen die ersten Poser schon am frühen Nachmittag mit den provokant röhrenden und gurgelnden Boliden auf der Prachtstraße.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Vor mehr als einem Jahr hat die Düsseldorfer Polizei die „AG Tuning“ gebildet, um die Szene dauerhaft zu beobachten. Doch obwohl unter Tunern mittlerweile bekannt ist, dass die Beamten regelmäßig Fahrzeuge aus dem Verkehr ziehen, lässt die Protz-Frequenz auf der Kö nicht nach. Allein am Sonntagnachmittag nahmen Polizei und Mitarbeiter des Düsseldorfer Ordnungsamts 38 Fahrzeuge mit insgesamt 70 Insassen unter die Lupe, schrieben 25 Ordnungswidrigkeitsanzeigen, erhoben 17 Verwarngelder, behielten einen Führerschein ein und vollstreckten mehr als 4100 Euro an Forderungen. Zudem wurden ein Motorrad und vier Autos sichergestellt, damit Sachverständige in Ruhe klären können, ob sie weiter im Straßenverkehr benutzt werden dürfen.

          Der mit Abstand auffälligste Fang war ein mit Goldfolie überzogener SUV der Marke BMW, der, wie die Polizei mitteilte, „bei entsprechendem Sonnenlicht deutlich blendete“. Auch für die Farbgestaltung eines Autos gilt, was in Paragraf 30 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung steht: Fahrzeuge müssen „so gebaut und ausgerüstet sein, dass ihr verkehrsüblicher Betrieb niemanden schädigt oder mehr als unvermeidbar gefährdet, behindert oder belästigt“.

          Fragen warfen am Sonntag zudem andere Veränderungen an dem BMW auf: die dunkel lasierten Rückleuchten und die manipulierte Abgasanlage. Der Fahrer aber gab an, ihm sei überhaupt nicht bewusst, was verändert worden sein könnte. Ungeklärt ist noch, woher der 30 Jahre alte Mann aus dem Kosovo die goldene Karosse eigentlich hatte.

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