https://www.faz.net/-gum-9epgb

Vor Nigeria : Piraten entführen Besatzung von Schweizer Frachter

Die „Glarus V“ der Schweizer Reedereo Massoel Shipping in einem Hafen Bild: Massoel Shipping

Noch immer sind Überfälle auf Schiffe vor der Küste Westafrikas keine Seltenheit. Nun haben Piraten vor Nigeria einen Schweizer Frachter angegriffen – und einen Teil der Besatzung verschleppt.

          Der Schweizer Frachter „MV Glarus“ war am Samstag von Lagos in Nigeria auf dem Weg in die Ölstadt Port Harcourt, als eine Bande von Seeräubern das mit Getreide beladene Schiff in den Morgenstunden angriff. „Die Piraten hatten lange Leitern dabei und zerschnitten den Stacheldraht an Deck“, teilte die Reederei Massoel Shipping mit. Dann hätten sie die Funkverbindung gekappt und zwölf der 19 Crew-Mitglieder, unter denen sich kein Schweizer befunden habe, gekidnappt. Nun werde nach den Tätern gefahndet. Offenbar wurden die zwölf Besatzungsmitglieder an Land verschleppt.

          Thilo Thielke

          Berichterstatter für Afrika mit Sitz in Kapstadt.

          Die „Glarus“ (Baujahr 2001, Tonnage: 46.509 Tonnen) gehört zu einer Flotte von elf Frachtern, die für das in Genf ansässige Unternehmen tätig sind, und ist für den Transport von Schüttgütern ausgelegt.

          Immer wieder kommt es vor der Küste Westafrikas zu Angriffen auf Schiffe. „Während sich die Lage vor der somalischen Küste etwas beruhigt hat, macht uns der Golf von Guinea immer größere Sorgen“, sagt Pottengal Mukundan, Direktor des in London ansässigen Internationalen Seefahrtbüros, das sämtliche Piratenüberfälle auf der Welt dokumentiert. Allein für das laufende Jahr registrierten die Londoner Piratenbeobachter mehr als 40 Angriffe vor der Westküste Afrikas, davon mindestens fünf Überfälle, bei denen Seeleute entführt wurden. Solche Überfälle dauern manchmal mehrere Tage, in denen die Frachträume geplündert und Besatzungsmitglieder misshandelt werden. Andere Piraten lassen Schiffe und Besatzungen nach einer Lösegeldzahlung frei.

          Erst Ende August verschwand der 121 Meter lange Riesentanker „Pantelena“, der für eine griechische Reederei unter panamaischer Flagge fuhr, vor der Küste von Gabun. Neun Tage lang hielten afrikanische Seeräuber 17 Georgier und zwei Russen in ihrer Gewalt. Zwar gab die Reederei nicht bekannt, unter welchen Umständen sie Schiff und Besatzung wiederbekam. Allerdings muss man annehmen, dass sich die Banditen mit den vielen Tonnen Öl, die sich an Bord der „Pantelena“ befunden hatten, auf und davon machten.

          Weitere Themen

          Shakira wegen Steuerhinterziehung angeklagt

          Sängerin aus Kolumbien : Shakira wegen Steuerhinterziehung angeklagt

          Die spanische Staatsanwaltschaft hat Klage gegen Shakira erhoben. Der kolumbianischen Künstlerin wird vorgeworfen, Steuern in Millionenhöhe hinterzogen zu haben. Ihre Anwälte hatten offenbar vorher versucht, den Fall außergerichtlich zu klären.

          Topmeldungen

          EU-Gipfel in Brüssel : Im absoluten Krisenmodus

          Die Stimmung auf dem EU-Gipfel in Brüssel ist gereizt. Die EU will Theresa May nicht geben, was sie will, die Stimmen aus ihrer Heimat sind vernichtend. Und dann löchert Angela Merkel die Premierministerin noch mit Fragen.

          Neue Gesetze : Was sich 2019 alles ändert

          Eine Reihe von Neuregelungen können zum 1. Januar 2019 kommen – in der letzten Sitzung des Jahres gab der Bundesrat dafür grünes Licht. Eine Verfassungsänderung bremst die Länder aber erst einmal aus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.