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Berliner Museumsinsel : Dutzendfacher Vandalismus am Tag der Deutschen Einheit

  • Aktualisiert am

Die Alte Nationalgalerie auf der Berliner Museumsinsel ist im Licht der aufgehenden Sonne zu sehen. Bild: Christoph Soeder/dpa

Unbekannte beschädigten laut einem Bericht mindestens 70 Objekte im Pergamonmuseum und anderen Häusern. Wochenlang informierte niemand die Öffentlichkeit. Corona-Leugner hatten zuvor offenbar wirre Behauptungen gemacht.

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          Auf der Berliner Museumsinsel haben Unbekannte Berichten zufolge Dutzende Ausstellungsobjekte beschädigt. Laut „Zeit“ handelt es sich um einen „der umfangreichsten Angriffe auf Kunstwerke und Antiken in der Geschichte Nachkriegsdeutschlands“. Mehr als zwei Wochen lang seien darüber weder die Öffentlichkeit noch andere möglicherweise gefährdete Museen informiert worden, berichtet der Deutschlandfunk.

          Ein oder mehrere unbekannte Täter hätten mindestens 70 Objekte im Pergamonmuseum, dem Neuen Museum, der Alten Nationalgalerie und an anderen Standorten mit einer öligen Flüssigkeit bespritzt. Darunter seien ägyptische Sarkophage, Steinskulpturen und Gemälde des 19. Jahrhunderts. Die Flüssigkeit habe darauf sichtbare Flecken hinterlassen.

          Polizei bestätigt Ermittlungen

          Die Vorfälle sollen sich bereits am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, zugetragen haben und bislang nicht öffentlich gemacht worden sein. Ob der Tag absichtlich gewählt wurde, war zunächst unklar. Zu den Motiven des Täters oder der Täter war zunächst nichts bekannt.

          Auf Anfrage von „Zeit“ und Deutschlandfunk hätten die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die Berliner Polizei bestätigt, dass es Beschädigungen an Ausstellungsobjekten gebe, hieß es in dem Bericht. Ein Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung sei eingeleitet worden.

          Wirre Behauptungen

          Laut Deutschfunk hatte der Verschwörungsideologe Attila Hildmann im August und September auf seinem öffentlichen Telegram-Kanal behauptet, das Pergamonmuseum sei das Zentrum einer – so wörtlich – „globalen Satanisten-Szene“ und von „Corona-Verbrechern“. Das Museum war zu diesem Zeitpunkt noch wegen der Coronavirus-Pandemie geschlossen. Zum 3. Oktober wurde es wieder geöffnet.

          Dem „Tagesspiegel“ zufolge wurden Besucher, die für den 3. Oktober Museumstickets gebucht hatten, vom Landeskriminalamt (LKA) angeschrieben und dringend um Mithilfe gebeten.

          Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur gab die Polizei am Dienstagabend keine Auskünfte. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz war am Abend für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

          Museumsinsel Weltkulturerbe

          Die Museumsinsel gehört seit 1999 zum Unesco-Weltkulturerbe. Anfang Oktober feierte das Pergamonmuseum seinen 90. Geburtstag. Benannt ist es nach seiner bekanntesten Attraktion, dem Pergamonaltar. Er stammt aus dem 2. Jahrhundert vor Christus und gehörte zur Residenz der mächtigen Könige von Pergamon, die im Westen der heutigen Türkei eine Kulturmetropole nach dem Vorbild Athens schufen.

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          Als eines von wenigen Museen in Deutschland lockt das Pergamon jährlich mehr als eine Million Menschen an – wenn es komplett geöffnet ist. Die zwischen zwei Spreearmen gelegene Gruppe aus Altem Museum, Bode-Museum, Alter Nationalgalerie, Neuem Museum mit der berühmten ägyptischen Pharaonen-Büste der Nofretete und der James-Simon-Galerie als jüngstem Bau zog zusammen knapp 3,1 Millionen Menschen an.

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