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Berliner Bankeinbruch : Tunnel-Diebe hatten möglicherweise Insiderwissen

  • Aktualisiert am

Diesen Mann hatten Zeugen in der Tiefgarage gesehen - die Polizei fahndet nun nach ihm. Bild: REUTERS

Die Einbrecher, die vor einer Woche durch einen Tunnel in eine Bank in Berlin eindrangen, wussten offenbar gut Bescheid, welche Schließfächer voll waren und welche nicht. Die Polizei veröffentlichte nun ein zweites Fahndungsbild.

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          Eine Woche Woche nach dem Einbruch in eine Berliner Bank durch einen Tunnel verfolgt die Polizei neue Spuren. Einer der Täter hatte in der Volksbank in Berlin-Steglitz ein Schließfach gemietet, bestätigte die Polizei am Dienstag. So wollte die Bande den Tresorraum der Bank mit 1600 Schließfächern auskundschaften. Die Polizei veröffentlichte jetzt ein zweites Fahndungsbild.

          Das neue Foto stammt aus einem gefälschten holländischen Ausweis, mit dem ein Mann schon im Februar 2012 einen Stellplatz in der Tiefgarage nahe der Volksbank mietete, von dem aus die Einbrecher den 45 Meter langen Tunnel zum Keller der Bank gruben Der gesuchte Mann ist 1,75 bis 1,85 Meter groß, schlank bis kräftig und hat mittelblonde bis braune kurze Haare.

          In der vergangenen Woche hatte die Polizei bereits ein gezeichnetes Phantombild zur Fahndung nach einem anderen Mann veröffentlicht. Zeugen hatten ihn in der Tiefgarage gesehen.

          Die Sonderkommission der Kriminalpolizei geht außerdem der Frage nach, woher die Einbrecher so genau über die Schließfächer Bescheid wussten. Von den 309 aufgebrochenen Fächern waren nach Angaben der Volksbank 294 an Kunden vermietet. Insgesamt war aber nur rund die Hälfte aller 1600 Fächer vergeben.

          Daher liegt die Schlussfolgerung nahe, dass die Täter über Insiderformationen verfügten und genau wussten, auf welche der durchnummerierten Fächer sie sich konzentrieren mussten. Auch die Bank konnte sich das bisher nicht erklären. „Auf die Frage wollen wir auch dringend eine Antwort“, sagte Banksprecherin Nancy Mönch.

          Professioneller Tunnelbau: Mehrere Monate, vermutet die Polizei, haben die Einbrecher hier gearbeitet. Bilderstrecke

          Berichte über Spuren nach Polen wollte die Polizei nicht kommentieren. Die Fahnder der Kripo sollen Plastikflaschen aus polnischen Supermärkten in dem Tunnel gefunden haben. Das wäre zusätzlich ein Hinweis darauf, dass die Einbrecherbande gestört wurde und überstürzt fliehen musste. Diese Vermutung lag auch nah, weil der größte Teil der Schließfächer unbeschädigt blieb.

          Die Aufräum- und Reparaturarbeiten im Tresorraum dauern nach Angaben der Volksbank noch einige Tage. Am Montag kommender Woche dürfen die Kunden mit den unbeschädigten Schließfächern ihren Besitz überprüfen, sagte eine Sprecherin der Bank. „Sie können sich dann von der Unversehrtheit überzeugen.“

          Ende der vergangenen Woche hatte die Polizei Teile eines großen Betonbohrers im Tunnel entdeckt. Die Einbrecher hatten den 45 Meter langen Tunnel wohl in monatelanger Arbeit gebaut und komplett mit Holz verkleidet.

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