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Berlin : Großer Andrang bei Beerdigung von erschossenem Clan-Mitglied

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Am Sonntag war der Intensivstraftäter Nidal R. vor den Augen seiner Familie niedergeschossen worden. Der Andrang bei der Beisetzung war riesig – die Polizei begleitete den Trauerzug mit einem Großaufgebot.

          Begleitet von einem größeren Aufgebot der Polizei sind am Donnerstag Hunderte Menschen in Berlin zur Beerdigung des Berliner Intensivstraftäters Nidal R. gekommen. Der Berliner „Tagesspiegel“ berichtet, es seien rund 2000 Gäste erschienen. Seit den Morgenstunden strömten vorwiegend Männer zu dem Friedhof im Stadtteil Schöneberg. Laut der „Berliner Zeitung“ befanden sich unter den Gästen auch hochrangige Clan-Chefs, Rockergruppen und Mitglieder von Großfamilien aus dem gesamten Bundesgebiet.

          Rund 150 Polizisten waren nach Behördenangaben vor Ort und sicherten die Straßen rund um den Friedhof ab. Es gehe vor allem darum, ein Chaos zu vermeiden, hieß es. Die Stimmung bei den Trauernden wurde von der Polizei zunächst als friedlich beschrieben. Vor der Beisetzung soll es aber laut „B.Z.“ zu Wortgefechten zwischen Trauergästen und Polizisten gekommen sein. Diese Teilnehmer sollen demnach zu den Hells Angels gehören. 

          Wie der „Tagesspiegel“ weiter berichtet, versammelten sich vor dem Friedhof mehr als tausend arabische Männer. Zudem habe auf offener Straße strikte Geschlechtertrennung geherrscht. Eine Besucherin sei harsch aufgefordert worden, sich aus dem Bereich der Männer zu entfernen und Respekt zu zeigen.

          Ermittler gehen von drei Tätern aus

          Nidal R. war am Sonntag in Neukölln vor den Augen seiner Familie niedergeschossen worden. Der 36-Jährige starb wenig später im Krankenhaus. Vor der Klinik versammelte sich eine aufgebrachte Menge. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

          Die Ermittler gehen von drei Tätern aus, die acht Schüsse auf das Mitglied einer arabischen Großfamilie abfeuerten. Sicherheitsexperten befürchten nach der tödlichen Attacke eine Eskalation der Gewalt zwischen kriminellen Clan-Mitgliedern.

          Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hatte am Mittwoch mitgeteilt, Auseinandersetzungen würden auf Berlins Straßen gewalttätig und ohne Skrupel ausgetragen. Das sei die Folge davon, dass diese Kriminellen jahrzehntelang keinen durchsetzungsstarken Rechtsstaat gespürt hätten.

          Der Berliner Senat will mit einer konzertierten Aktion den Druck auf diesen Personenkreis aufrechterhalten und ausbauen. Zuletzt hatte es verstärkt Durchsuchungen sowie Festnahmen von Verdächtigen gegeben.

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