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Illegale Internet-Plattformen : Festnahmen bei Groß-Razzia gegen das Darknet

  • Aktualisiert am

Vor allem Kriminelle benutzten den anonymen Bereich des Internets. Bild: dpa

Drogen, Waffen, Falschgeld – die Geschäfte im Darknet wachsen. Bei einer Razzia haben Polizisten nun neun Verdächtige in Gewahrsam genommen.

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          Bei einer großen Razzia gegen Betreiber und Nutzer illegaler Plattformen im Internet sind neun Verdächtige festgenommen worden. Außerdem wurden 69 Wohnungen und Firmenräume in Deutschland und im Ausland durchsucht, wie das Bundeskriminalamt in Wiesbaden und die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) am Montag mitteilten.

          „Damit ist es uns erstmals gelungen, so viele Beteiligte und Nutzer von Underground Economy-Foren zu identifizieren und den Betreiber festzunehmen“, erklärte der Leiter der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität, Oberstaatsanwalt Andreas May.

          Mutmaßlicher Hauptverdächtiger festgenommen

          Die Ermittlungen wurden von der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) und dem Bundeskriminalamt geführt. Sie richteten sich gegen den Handel mit Waffen, Drogen, Falschgeld und gefälschten Ausweisen. Außerdem werden den Verdächtigen das Ausspähen von Daten sowie kriminelle Dienstleistungen wie beispielsweise das Infizieren von Computern mit Schadprogrammen, das Anbieten illegaler Streamingdienste und Anleitungen zur Begehung von Straftaten vorgeworfen.

          Hauptverdächtiger ist den Angaben zufolge ein 27 Jahre alter Bosnier, der am vergangenen Mittwoch in Bosnien-Herzegowina festgenommen wurde. Er soll seit 2012 als Chef-Administrator eine Schlüsselrolle beim technischen Betrieb der Untergrund-Foren gespielt haben.

          An den Ermittlungen waren neben deutschen Fahndern auch Polizisten in Bosnien-Herzegowina, der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden, Litauen und Russland beteiligt. Die Fahnder stellten zahlreiche Computer, Speichermedien, Waffen und Bargeld sicher.

          Das Internet und das World Wide Web sind eigentlich als offene Dienste konzipiert, in dem jeder mit jedem Daten austauschen kann. Im sogenannten Darknet (englisch für „Dunkles Netz“) hingegen können sich Internetnutzer unerkannt bewegen.

          Enge Verbindung zwischen illegalen Tauschbörsen und dem Darknet

           „Ermittlungen in diesem Bereich werden vor allem dadurch erschwert, dass die Täter dank sogenannter Nicknames im Darknet weitestgehend anonym handeln können“, erklärte der Leiter des Fachbereichs Cybercrime im Bundeskriminalamt, Carsten Meywirth.

          Der nur über Anonymisierungsdienste wie TOR erreichbare Bereich des Internets wird vor allem von Kriminellen genutzt. Sie setzen dabei Werkzeuge zur Verschleierung ihrer Datensputen an, die auch von Menschen verwendet werden, die viel Wert auf ihre Privatsphäre legen oder in einem repressiven politischen System leben.

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