https://www.faz.net/-gum-9he60

Fünf Beschuldigte in NRW : Beamte sollen Dienstgeheimnisse an Mafia verraten haben

  • Aktualisiert am

Bild: EPA

Gegen fünf Beschuldigte wird nach dem Schlag gegen die ’Ndrangheta wegen des Verrats von Dienstgeheimnissen ermittelt. Die Beamten sollen alle illegal Informationen an mutmaßliche Mafiosi oder deren Helfer weitergegeben haben.

          Die Anti-Mafia-Ermittlungen der Behörden erstrecken sich in Nordrhein-Westfalen auch auf Beamte. Es werde gegen fünf Beschuldigte wegen Verrats von Dienstgeheimnissen ermittelt, sagte eine Sprecherin der Duisburger Staatsanwaltschaft am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

          Dabei handele es bei um zwei Polizisten, eine Regierungsbeschäftigte der Polizei, eine Mitarbeiterin der Stadt Wesseling und eine ehemalige Mitarbeiterin der Stadt Duisburg. Sie alle sollen illegal Informationen an mutmaßliche Mafiosi oder deren Helfer weitergegeben haben.

          Italienische Mafia-Ermittler hatten gewarnt, dass die Mafia auch in Deutschland versuchen werde, Wirtschaft und Staat zu unterwandern.

          Um welche Informationen es sich bei den Beamten handelt, wollten die Ermittler nicht preisgeben. Die Beschuldigten sollen „behördliche Auskunftssysteme“ genutzt haben. Nach bisherigem Stand hätten sie keine finanzielle Gegenleistung erhalten. Die Ermittlungen seien dadurch aber vermutlich nicht gefährdet worden.

          Bei der internationalen Anti-Mafia-Razzia mit dem Decknamen „Pollino“ war Nordrhein-Westfalen am Mittwoch einer der Schwerpunkte der Ermittler. Zahlreiche Objekte waren in NRW durchsucht worden. Bundesweit waren mehrere Hundert Polizisten im Einsatz.

          Einer der Hauptverdächtigen wurde in Pulheim bei Köln festgenommen. Es handelte sich um einen 45-jährigen Gastwirt. Er wird der mächtigen Mafiagruppe 'Ndrangheta zugerechnet.

          Unterdessen berichteten italienische Ermittler, dass im niederrheinischen Brüggen aus einem Restaurant und einer Eisdiele der Transport von Kokain aus Lateinamerika über Holland, Belgien und Deutschland bis nach Italien gesteuert worden sei.

          Nach der Razzia lobte der italienische Staatsanwalt Giovanni Bombardieri Neuerungen in der deutschen Gesetzgebung: „Deutschland rüstet sich“, sagte er in Anspielung auf die verbesserten Möglichkeiten, auf das Vermögen der Mafia zuzugreifen. Solche rechtliche Handhabe müsste in ganz Europa geschaffen werden.

          Die 'Ndrangheta sei höchst gefährlich und die bedeutendste Organisation im internationalen Drogenhandel in Südamerika und Europa. Die Ermittlungen hätten der 'Ndrangheta zwar einen Schlag versetzt, es werde aber nicht ihr Ende sein.

          Weitere Themen

          Razzia gegen Mafia

          Festnahmen auch in Köln : Razzia gegen Mafia

          Dass die Mafia in Deutschland sehr aktiv ist, zeigt ein neuer Schlag gegen die Kriminellen. Dieses Mal trifft es die „deutsche Zelle“ eines sizilianischen Clans – unter anderem in Köln

          Der Mann ist heute die neue Frau

          Herzblatt-Geschichten : Der Mann ist heute die neue Frau

          Mit dem Status des „ältesten lebenden späten Vaters der internationalen Musikbranche“ stellt bald Schlagerschreiber Jack White einen neuen Rekord auf. Auch bei vielen anderen Promis dreht sich das Leben aktuell um das Thema Kinder.

          Topmeldungen

          Tech-Konzern in Not : Ist Facebook noch zu retten, Frau Sandberg?

          Datenklau, Hasskommentare, Politpropaganda: Facebook steckt in seiner größten Krise. Top-Managerin Sheryl Sandberg erklärt, wie es mit dem größten sozialen Netzwerk der Welt weitergeht. Und mit ihr selbst.

          „Juul“ : Ärzte und Politik warnen vor neuer Teenie-Droge

          In Amerika sind hunderttausende Schüler von der stark nikotinhaltige E-Zigarette „Juul“ abhängig, nun fürchtet die Bundesregierung um die Gesundheit der deutschen Schüler: Ein „Desaster wie in Amerika darf sich nicht wiederholen“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.