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Baden-Württemberg : Gewaltsame Ausschreitungen bei Volksfest in Schorndorf

Am Schorndorfer Schlossplatz kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen alkoholisierten Jugendlichen und der Polizei. Bild: dpa

Bei einem Volksfest in Schorndorf randalierte am Wochenende eine Gruppe Jugendlicher. Als die Polizei eintraf, sollen sie mit Flaschen geworfen haben.

          In der baden-württembergischen Stadt Schorndorf (Rems-Murr-Kreis) ist es am Wochenende zu gewaltsamen Ausschreitungen zwischen einer Gruppe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund und der Polizei gekommen. Polizisten seien mit Flaschen beworfen worden, ein Teil der Jugendlichen habe sich mit einem Tatverdächtigen solidarisiert, den die Polizei festnehmen wollte. Dem Mann wird eine gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. In der Nacht zum Sonntag zogen nach Darstellung der Polizei zudem „Gruppierungen mit dreißig und fünfzig Personen“ durch die Innenstadt, einige sollen mit Messern bewaffnet gewesen sein. Angesichts der unerwartet heftigen Gewaltausbrüche mussten die Einsatzkräfte sich sogar kurzzeitig zurückziehen und neu aufstellen.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Der Schorndorfer Oberbürgermeister Matthias Klopfer (SPD) sagte der F.A.Z.: „Unstrittig ist, dass es am Freitag und Samstag insgesamt drei sexuelle Belästigungen gab.“ In diesen Fällen werde gegen einen 20 Jahre alten Iraker und drei Afghanen im Alter von 18 bis 20 Jahren ermittelt. wie die Polizei mitteilte. Wie es zu den Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und den Jugendlichen im Schlosspark gekommen sei, müsse noch geklärt werden. Vermutlich habe es sich nicht nur um Flüchtlinge aus Schorndorf, sondern auch um Deutsche mit Migrationshintergrund sowie ortsfremde Flüchtlinge gehandelt. „Bei uns leben etwa 700 Flüchtlinge, und wir haben das eigentlich gut im Griff“, sagte Klopfer.

          Ein Sprecher des zuständigen Polizeipräsidiums Aalen sagte, man wolle Flüchtlinge keinesfalls unter einen Generalverdacht stellen, es habe sich um eine Minderheit gehandelt, die sicher nicht für die Mehrheit der Flüchtlinge stehe. Viele der möglichen Täter hätten offenbar einen Migrationshintergrund, „aber sicherlich nicht alle“, sagt der Behördenleiter. Die Gewalttäter hätten “aus der Anonymität der Menschenmenge heraus“ gehandelt. Als Hauptproblem nannte der Sprecher den Alkoholkonsum der Jugendlichen. Bis zum Ende des Festes am Dienstag hat die Polizei ihr Aufgebot vor Ort deutlich verstärkt.

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