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Baden-Württemberg : Anschläge auf türkische Lokale und Moscheen aufgeklärt

  • Aktualisiert am

Anschlag auf Moschee in Sinsheim (3. Dezember 2004) Bild: AP

Doppelter Fahndungserfolg der Polizei: Als dringend tatverdächtig sind ein 26jähriger PKK-Anhänger und ein 17jähriger festgenommen worden, die Brandanschläge auf türkische Einrichtungen verübt haben sollen.

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          Mehrere Brandanschläge auf türkische Lokale und Moscheen in Baden-Württemberg sind aufgeklärt. Ein 26jähriger Aktivist der in Deutschland verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans PKK gestand drei Anschläge auf türkische Einrichtungen in den vergangenen Jahren im Kreis Esslingen, wie die Polizei am Freitag mitteilte. In Sinsheim bei Heidelberg wurde ein 17jähriger wegen eines Brandanschlags vor zwei Wochen auf eine Moschee festgenommen. Bei den Anschlägen war niemand verletzt worden.

          17jähriger ist polizeibekannt

          Bei dem 17jährigen, den die Polizei unter dringendem Tatverdacht festgenommen hat, handelt es sich um einen aus Tadschikistan stammenden deutschen Staatsangehörigen. Als Tathintergrund komme eine persönlich motivierte, antitürkische Haltung des Beschuldigten in Frage. Er sei bereits wegen verschiedener Straftaten polizeibekannt.

          Dem Jungen wird vorgeworfen, in der Nacht zum 18. November einen Molotow-Cocktail gegen die Eingangstür der türkischen Moschee in Sinsheim geschleudert zu haben. Die Frau des Imams entdeckte die Flammen und löschte sie mit einem Eimer Wasser. Das ältere Paar wohnt in dem Gebäude. Verletzt wurde niemand.

          Auf die Spur des Verdächtigen sei man gekommen, weil der Junge in seinem Umfeld davon gesprochen habe, den Anschlag verübt zu haben, teilten die Ermittler mit. Er sei bereits am Donnerstag in einem Jugendheim festgenommen worden, wo er untergebracht war. Bei der Durchsuchung seines Zimmers wurden Utensilien gefunden, die mit dem Brandanschlag in Verbindung stehen könnten. Anhaltspunkte für die Beteiligung anderer Täter gebe es bislang nicht. Die Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehl.

          26jähriger PKK-Anhänger

          Der 26jährige PKK-Anhänger war über eine DNA-Analyse gefunden worden und sitzt in Untersuchungshaft. Er hatte nach den bisherigen Ermittlungen die Anschläge in Kirchheim/Teck, Nürtingen und Weilheim/Teck im Februar 1999 nach der Festnahme von PKK-Chef Abdullah Öcalan verübt.

          In Kirchheim waren zwei Molotow-Cocktails auf einen türkischen Kulturverein geworfen worden, von denen jedoch keiner zündete. In Nürtingen wurden sieben Brandsätze auf einen Kulturverein geworfen. Auch hier entstand geringer Sachschaden. In Weilheim trafen Molotow- Cocktails ein türkisches Lokal. Der Mann sei der Polizei bereits wegen mehrerer anderer Straftaten bekannt. Vor drei Jahren war er wegen Verstößen gegen das Vereinsgesetz, Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

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