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„Autonome Tierschützer“ : Polizei beendet Schlachthof-Besetzung von Tierrechtsaktivisten

  • Aktualisiert am

Polizisten bergen einen Tierschützerin von einem Dach auf dem Gelände des Schlachthofes. Bild: dpa

Mehr als 30 Tierrechtsaktivisten besetzen einen Schlachthof in Nordrhein-Westfalen. Sie ketten sich an eine Zufahrtsrampe und klettern auf Schornsteine. Der Betrieb wird vorübergehend eingestellt.

          Tierrechtsaktivisten haben am Montag stundenlang einen Schlachthof in Düren besetzt gehalten. Die Polizei beendete die Aktion „autonomer Tierschützer“ – wie sich die Gruppe im Internet selbst bezeichnet – mit einem aufwendigen Einsatz. Die Besetzer waren unter anderem auf Schornsteine geklettert. Für die Räumung wurden Polizisten auch aus anderen Teilen Nordrhein-Westfalens zusammengezogen. Der Schlachthofbetrieb wurde nach Polizeiangaben am Montag vorübergehend eingestellt. Die Firmenleitung des betroffenen Betriebes äußerte sich auf Anfrage nicht zu den Vorgängen.

          Die Einsatzkräfte hätten 32 Aktivisten zur Identitätsfeststellung in Gewahrsam genommen, wie die Polizei am späten Nachmittag mitteilte. Einige wurden laut den Angaben nach erfolgter Personalienfeststellung wieder entlassen. Zwei Jugendliche wurden dem Jugendamt übergeben. Gegen die Aktivisten werde auf Strafantrag des Schlachthofes wegen Hausfriedensbruchs ermittelt, teilte die Polizei weiter mit.

          Die Besetzung hatte nach Polizeiangaben in der Nacht zu Montag begonnen. Einige Aktivisten ketteten sich demnach an einer Zufahrtsrampe fest, andere kletterten auf das Flachdach des Schlachthofes und auf Schornsteine. „Das Ziel der Einsatzkräfte vor Ort ist es, die Personen dazu zu bewegen, das Gelände friedlich und freiwillig zu verlassen“, hatte die Polizei erklärt. Acht Personen kamen demnach der Aufforderung nach.

          Der Schlachtbetrieb in Düren stand bereit 2017 in der Kritik, nachdem sich Mitglieder der „Soko Tierschutz“ als Mitarbeiter in den Betrieb eingeschleust und eklatante Missstände aufgedeckt hatten. So sollen Mitarbeiter nicht ausreichend geschult und Tiere vor der Schlachtung nicht ordnungsgemäß betäubt worden sein. In der Konsequenz hatten Unternehmen, die der Schlachtbetrieb beliefert, die Zusammenarbeit mit diesem beendet.

          In einem mutmaßlichen Bekennerschreiben hieß es, die „autonome Gruppe“ wende sich mit der Aktion gegen das „massenhafte Töten von fühlenden Wesen“. Die Fleischindustrie sei auch ökologisch nicht tragbar. Der Massenkonsum tierischer Produkte trage erheblich zur Klimakrise bei und verbrauche Unmengen an Wasser und Energie, war in einem Schreiben auf der Homepage der Klimaaktivisten im Hambacher Forst „Hambi bleibt“ zu lesen. Nach Angaben auf dieser Seite findet bis Dienstag in dem Wald ein Camp zu Veganismus, Tierausbeutung und Kapitalismus statt.

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