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Ausweichmanöver : Belgien mietet Gefängnis in den Niederlanden

  • -Aktualisiert am

Mehr Platz brauchen die Gefangenen in Belgien: Künftig werden sie in niederländische Zellen ausweichen Bild: dpa

Die belgische Regierung hat eine Lösung für das Problem der überfüllten Gefängnisse im Land gefunden. Sie wird künftig 500 Plätze in einer Justizvollzugsanstalt im südniederländischen Tilburg mieten.

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          Die belgische Regierung hat eine Lösung für das Problem der überfüllten Gefängnisse im Land gefunden. Sie wird künftig 500 Plätze in einer Justizvollzugsanstalt im südniederländischen Tilburg mieten. Einer entsprechenden Vereinbarung mit dem niederländischen Staat hat die Regierung am Freitag zugestimmt. 30 Millionen Euro jährlich sollen die belgischen Steuerzahler für die Unterbringung in Tilburg zahlen. Kosten für Personal, Speis und Trank seien inbegriffen, sagte Justizminister Stefaan De Clerck.

          Anders als in Belgien wurde in den Niederlanden konsequent auf Neubauten gesetzt. Wer wegen geringfügiger Vergehen verurteilt wird, muss seine Strafe häufig nicht mehr hinter Gittern verbüßen. In Belgiens Gefängnissen tummelten sich dagegen zuletzt mehr als 10.000 Insassen in Zellen, die eigentlich nur Platz für 8500 Menschen bieten. De Clerck stellte klar, dass es sich um eine Übergangsregelung handele, ehe 2012 in Belgien ein neues Gefängnis seine Pforten für Strafgefangene öffnen – und wieder schließen – werde.

          Doch keine schwimmenden Gefängnisse geplant

          Anfang der Woche hatte Verteidigungsminister Pieter De Crem angekündigt, er wolle nicht mehr genutzte Kasernen in Gefängnisse umwandeln. Überlegungen, Boote in den Niederlanden zu kaufen oder zu mieten und in schwimmende Gefängnisse umzuwandeln, will die belgische Regierung dagegen offenbar nicht weiterverfolgen.

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