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Tote in Austin : Stecken Rassisten hinter den Paketbomben-Anschlägen?

  • -Aktualisiert am

Die Ermittler am Ort der dritten Explosion im amerikanischen Austin innerhalb von zwei Wochen. Bild: AP

Nach den Paketbomben-Anschlägen in Austin wird bekannt, dass Verwandte zweier Opfer eng miteinander befreundet sind. Kontakte bestehen in deren Familien auch zu prominenten Mitgliedern der afroamerikanischen Gemeinschaft.

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          Nach einer Reihe von Paketbomben-Anschlägen im amerikanischen Austin im Bundesstaat Texas hat die Polizei am Montag eine Verbindung der Explosionen bestätigt – und einen rassistischen Hintergrund nicht länger ausgeschlossen. Nun berichtet die Washington Post über eine möglich Verbindung zwischen jenen beiden Opfern, die durch explodierende Pakete ums Leben gekommen waren.

          Bei den insgesamt drei Anschlägen, die binnen zweier Wochen verübt wurden, starben zwei Menschen afroamerikanischer Herkunft. Nach einem Vorfall am 2. März war ein 39 Jahre alter Familienvater seinen Verletzungen erlegen, am Montag starb ein 17 Jahre alter Teenager bei einer zweiten Explosion, bei welcher eine ebenfalls anwesende Erwachsene verletzt wurde. Eine dritte Bombe verletzte am Montag eine 75 Jahre alte Frau hispanischer Herkunft.

          Die Ermittler haben laut eigenen Angaben noch keinen konkreten Verdacht, schließen allerdings ein Verbrechen aus Hass, also rassistische Motive, nicht aus. Die Polizei prüfe aber auch andere Möglichkeiten. Das Motiv sei weiter unklar. Erste Hinweise deuteten daraufhin, dass die Pakete nicht von der Post oder anderen Anbietern geliefert worden seien, sagte Austins Polizeichef Brian Manley. Sie wurden vor den Haustüren der späteren Opfer abgelegt.

          Mögliche Verbindung zweier Opfer

          Unterdessen berichtet die Washington Post, dass die Familien der beiden afroamerikanischen Opfer einander seit langem bekannt waren. Der Stiefvater des 39 Jahre alten Opfers vom 2. März sei laut eigenen Angaben sehr gut mit dem Großvater des am Montag getöteten 17 Jahre alten Jungen befreundet. Freddie Dixon, Stiefvater des ersten Todesopfers, spekulierte gegenüber der Zeitung, dass auch die Kontakte der Familien zu prominenten Mitgliedern der afroamerikanischen Gemeinschaft Austins Motivation für die Verbrechen gewesen sein könnten. Gleichzeitig gab er aber an, das letzte Opfer, eine 75 Jahre alte Frau, nicht gekannt zu haben.

          Dixon selbst ist ehemaliger Pastor einer afroamerikanischen Kirche in Austin. Der Großvater des jüngsten Opfers sei ein bekannter Zahnarzt aus Ost-Austin, der über Jahre hinweg als Mentor für sportlich aktive afroamerikanische Studenten an der „University of Texas“ in Austin aktiv war. Seine Frau sei Mitgründerin der „Austin Area Urban League“, die sich für die Gleichstellung von Afroamerikanern und unterrepräsentierten Bevölkerungsgruppen einsetzt.

          Laut CNN gingen bis Montag sechs Uhr abends über achtzig Telefonanrufe zu verdächtigen Beobachtungen in Zusammenhang mit den Anschlägen ein. Nach dem ersten Paketbomben-Anschlag, als noch nicht von einer Anschlagsserie die Rede war, seien es lediglich zwei gewesen. Polizeichef Manley hatte nach den neuerlichen Explosionen dazu aufgerufen, im Zweifelsfall sofort den Notruf zu wählen.

          Berichten des Austin American-Statesman zufolge wurde am Montagabend nach dem Fund eines Gitarrenkoffers, welcher zunächst als verdächtiges Paket eingestuft wurde, ein Areal nahe der Innenstadt von Austin vorübergehend gesperrt. Konkret ging es um einen Bereich nahe des Austin Convention Centers. Von diesem aus fahren Shuttelbusse zwischen den Veranstaltungsorten der bekannte Digitalkonferenz South by Southwest (SXSW) hin- und her. In einem Interview zuvor hatte der Polizeichef betont, die Besucher der SXSW hätten keinen Grund zur Sorge. Austin sei eine große Stadt, die Explosionen ereigneten sich weit entfernt vom Gelände.

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