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Attila Hildmann : Für ihn sind alle Feinde Juden

Vor dem Reichstag: Attila Hildmann im vergangenen Mai bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen. Bild: Matthias Lüdecke

Attila Hildmann ist vor der Justiz in die Türkei geflohen. Dort lässt er seinem Antisemitismus nun freien Lauf. Vorher nutzte er noch Codewörter, die auch bei manchen Querdenkern und Corona-Leugnern beliebt sind.

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          Attila Hildmann ist ein antisemitischer, rechtsradikaler Holocaustleugner. Es gibt nicht viele Verschwörungsideologen und Corona-Leugner, über die man das in dieser Klarheit schreiben dürfte – auch wenn es oft genug stimmt. Andere Größen der Szene sind aber geschickt darin, ihre Hetze gegen Juden hinter Codewörtern und Chiffren zu verstecken. Hildmann macht das nicht mehr. Seit er vor der deutschen Justiz in die Türkei geflohen ist, schreibt er in seinem Telegram-Kanal unverhohlen solche Nachrichten: „Die Juden sind keine Menschen sondern Ratten.“ Oder: „Der Holocaust ist eine gigantische Kriegslüge des Juden, der beide Kriege gewann!“ Oder: „Die Deutschen trifft keine Schuld, sie verteidigten sich ab 1914 gegen die Lügen und den Terror des Juden!“

          Sebastian Eder
          Redakteur im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          In diesem angeblichen Abwehrkampf in der Tradition der Nationalsozialisten sieht sich Hildmann offenbar auch selbst: Das „allmächtige Judentum“ wolle „alle Völker abschlachten mit diesen Giftspritzen“, sagte er in einer Sprachnachricht über die Corona-Impfungen. Die „Lügenpandemie“ habe aber auch ihr Gutes – so verstehe man jetzt Hitlers Hass auf Juden.

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