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Polizei sicher : Todesschütze von Las Vegas hatte Fluchtpläne

  • Aktualisiert am

Ein Polizist im Hotelzimmer des Täters im Mandalay Bay Resort Bild: AP

Im Zimmer des Todesschützen von Las Vegas haben Ermittler einen Notizzettel gefunden – und in seinem Auto im Parkhaus des Hotels kiloweise Sprengstoff. Der Sheriff geht davon aus, dass jemand Stephen Paddock geholfen hat.

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          Polizisten haben bei der Durchsuchung des Hotelzimmers, von dessen Fenster aus Stephen Paddock 58 Menschen tötete, einen Zettel mit einer Notiz gefunden. Das berichteten amerikanische Medien unter Berufung auf die Ermittler. Dabei habe es sich nicht um einen Abschiedsbrief gehandelt, sagte der Polizeichef von Las Vegas, Joseph Lombardo, am Mittwoch (Ortszeit). Weitere Details zu dem Schriftstück nannte er nicht.

          Die Ermittler sind sich Lombardo zufolge zudem sicher, dass Paddock geplant habe, nach seinen tödlichen Schüssen noch zu fliehen. Als Einsatzkräfte das Zimmer im 32. Stock des Mandalay-Bay-Hotels umstellten, fanden sie zwei Kameras, die Paddock auf einem Servierwagen im Flur vor seinem Zimmer installiert hatte, wie der Sender CNN berichtete. Eine weitere habe im Guckloch der Zimmertür gehangen. „Er tat zu diesem Zeitpunkt alles ihm Mögliche, um zu sehen, wie er noch fliehen könnte“, sagte Lombardo. Als ihm das nicht mehr möglich schien, habe er sich selbst erschossen.

          In Paddocks Auto im Parkhaus des Hotels hätten Ermittler knapp 23 Kilo (50 amerikanische Pfund) Sprengstoff und weitere 1600 Schuss Munition gefunden. Außerdem hatte er neben dem Hotel ein weiteres Zimmer in einem Komplex gemietet, von dem aus er einen Blick auf das „Life is Beautiful“-Musikfestival gehabt habe, das vom 22. bis 25. September in Las Vegas stattfand, so Lombardo.

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          „An irgendeinem Punkt hat jemand geholfen“

          Die Zahl der Verletzten von Paddocks Schüssen bezifferte Lombardo am Mittwochabend mit 489, nachdem zuvor von mehr als 500 die Rede gewesen war. 317 davon hätten das Krankenhaus inzwischen verlassen können, berichtete die „Washington Post“. Ein deutsches Ehepaar, das im Urlaub zufällig im selben Stockwerk des selben Hotels wie der Schütze wohnte, beschrieb die Lage in Las Vegas nach dem Attentat bei „sternTV“ als „wie im Kriegsgebiet“.

          Zudem zeigte sich Lombardo überzeugt, dass der Todesschütze irgendwann Hilfe gehabt haben müsse. Er verwies unter anderem darauf, dass der 64-Jährige im Laufe der vergangenen Jahre ein riesiges Waffenarsenal angelegt und die Tat über längere Zeit akribisch vorbereitet habe. „Man muss annehmen, dass er an irgendeinem Punkt Hilfe gehabt hat“, sagte der Bezirks-Sheriff.

          Die Freundin des Todesschützen hatte nach eigenen Angaben keine Ahnung von den Massaker-Plänen ihres Freundes. Eine entsprechende Erklärung veröffentlichte die 62-jährige Marilou Danley am Mittwoch über ihren Anwalt Matt Lombard. Kurz zuvor war sie von einem Besuch auf den Philippinen in die Vereinigten Staaten zurückgekehrt und wurde bei ihrer Ankunft in Los Angeles von Ermittlern der Bundespolizei FBI befragt. Lombardo wollte sich zunächst nicht zu Danleys Angaben äußern.

          Präsident Donald Trump traf sich am Mittwoch in Las Vegas mit Überlebenden des Massakers sowie Ersthelfern und Polizisten. Dabei würdigte er den Mut von Opfern, die trotz eigener Verletzungen zuerst anderen beigestanden hätten, den Einsatz der Polizei und anderer ziviler Helfer. Den Todesschützen bezeichnete er als eine „verrückte kranke Person“.

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          Danley beschrieb ihren Freund dagegen als „fürsorglichen“ und „gütigen“ Menschen, den sie geliebt habe. Sie sei über das, was er angerichtet habe, völlig am Boden zerstört. Paddock habe niemals etwas gesagt oder getan, was sie als Warnzeichen hätte verstehen können. Zu ihrem Aufenthalt im Ausland während des Massenmordes sagte sie, Paddock habe ihr ein Flugticket zum Besuch ihrer Familie auf den Philippinen geschenkt. Später habe er ihr Geld überwiesen, damit sie sich ein Haus kaufen könne. Sie sei besorgt gewesen, dass ihr Freund vorhaben könnte, sich von ihr zu trennen.

          Paddock habe 100.000 Dollar (85.000 Euro) auf die Philippinen überwiesen, zitierte CNN einen Justizsprecher. Ermittler hätten aber noch nicht klären können, wann die Überweisung genau stattgefunden habe und wer der Empfänger gewesen sei. Die Bundespolizei FBI arbeite mit den philippinischen Behörden, um die Fragen zu klären.

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