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Zu wenig Belege : Arzt der Colonia Dignidad muss in Deutschland nicht ins Gefängnis

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Hartmut Hopp, der ehemalige Arzt der Sekte Colonia Dignidad Bild: dpa

Wegen Beihilfe zum sexuellen Missbrauch wurde der in Deutschland lebende Sektenarzt der Colonia Dignidad in Chile zu fünf Jahren Haft verurteilt. Laut einem Düsseldorfer Gericht liege aber keine Strafbarkeit nach deutschem Recht vor.

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          Ein chilenisches Gerichtsurteil gegen den in Deutschland lebenden ehemaligen Arzt der Siedlung Colonia Dignidad, Hartmut Hopp, darf hierzulande nicht vollstreckt werden. Das Hopp zur Last gelegte Verhalten reiche nicht aus, um auch nach deutschem Recht eine Strafbarkeit zu begründen, entschied das Oberlandesgericht (OLG) im nordrhein-westfälischen Düsseldorf laut einer Mitteilung vom Dienstag. Es sei nicht zulässig, die Strafe hier zu verbüßen.

          Der Mediziner war nach Angaben des OLG in einem Prozess in Chile zu einer etwa fünfjährigen Haftstrafe verurteilt worden, weil er dem früheren Siedlungschef Paul Schäfer Beihilfe zum sexuellen Missbrauch von Kindern geleistet hatte. Nach den getroffenen Tatsachenfeststellungen würden Hopp allerdings keine „konkreten dienlichen Handlungen“ vorgeworfen, betonte das deutsche Gericht.

          Dass Hopp der Leitung der Siedlung angehörte und an der Gründung eines Internats mitwirkte, reiche nach deutschen Recht nicht, um eine Beihilfetat zu begründen. Dazu hätte der Beschuldigte konkrete Handlungen „mit unmittelbarem Bezug zu dem organisierten Tatgeschehen“ begehen müssen. Die Feststellungen des chilenischen Gerichts belegten nicht, dass Hopp Schäfer in irgendeiner Weise Missbrauch ermöglicht oder erleichtert habe.

          In der 1961 gegründeten sektenartigen Siedlung Colonia Dignidad wurden zur Zeit der chilenischen Militärdiktatur von Augusto Pinochet (1973-1990) Menschen vergewaltigt, gefoltert und getötet. Die Siedlung war von dem aus Deutschland geflohenen ehemaligen Wehrmachtsgefreiten und Laienprediger Paul Schäfer nahe der Stadt Parral, rund 350 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago, gegründet worden. Schäfers Schläger folterten Oppositionelle und bildeten Folterknechte für den chilenischen Geheimdienst.

          Nach dem Ende der Militärdiktatur häuften sich die Vorwürfe und Anzeigen gegen die Colonia. Außer um Kindesmissbrauch ging es auch um Steuerhinterziehung, Waffenschmuggel, Freiheitsberaubung und Drogenmissbrauch. 1991 wurde die Siedlung offiziell aufgelöst.

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