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Lange Haftstrafe : Arzt macht Frauen mit Drogen gefügig

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Das Landgericht Magdeburg hat einen Arzt zu neun Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt (Foto 2018). Bild: dpa

Ein Arzt hat Frauen zum Sex getroffen und sie unter Drogen gesetzt. Eines der Opfer starb in der Folge an einem Herzstillstand. Jetzt hat das Landgericht Magdeburg eine schwere Strafe gegen den Mediziner verhängt.

          Das Landgericht Magdeburg hat am Montag einen Arzt zu neun Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, der Frauen mit Drogen sexuell gefügig gemacht hat. Eines seiner Opfer starb an den Folgen der verabreichten Drogen. Weil das Gericht zudem die Gefahr sah, dass der Mann immer wieder nach dem gleichen Muster handeln könnte, wies es für den 43 Jahre alten Mann zudem einen Aufenthalt in einer Entziehungsanstalt an und ordnete eine Sicherungsverwahrung an.

          Der gebürtige Österreicher hatte sich über Jahre mit verschiedenen Frauen getroffen und ihnen vor oder beim Geschlechtsverkehr ohne ihr Wissen Drogen verabreicht. Drei Frauen muss er nun Schadenersatz zahlen.

          In der eineinhalbstündigen Urteilsverkündung erläuterte der Vorsitzende Richter Dirk Sternberg die Einschätzung der Kammer zu insgesamt zehn Taten zwischen September 2015 und Februar 2018. Eine Sexpartnerin des Arztes starb im vergangenen Februar an einem Herzstillstand, nachdem ihr der nun Verurteilte Kokain verabreicht hatte. Beide hätten sich zuvor einvernehmlich zum Sex mit Fesselspielen verabredet.

          Nach dem Herzstillstand habe der Arzt Wiederbelebungsmaßnahmen gestartet und schließlich einen Notarzt gerufen. Wenige Tage später wurde bei der Frau der Hirntod festgestellt. Das Gericht wertete die Tat als Körperverletzung mit Todesfolge. Eine Tötungsabsicht habe der 43-jährige Mediziner nicht gehabt. In Halberstadt leitete der Angeklagte zuletzt in einem Krankenhaus die Klinik für plastische, ästhetische und Handchirurgie.

          In mehreren Fällen hatte der Mediziner Frauen Kokain verabreicht, indem er es vor dem Vagina- oder Oralverkehr auf seinen Penis aufbrachte. In anderen Fällen mischte er Substanzen ohne das Wissen der Partnerinnen in Getränke. Der Vorsitzende Richter betonte mehrfach, dem Arzt sei es allein um das Ausleben seiner sexuellen Vorlieben in Kombination mit seinem Drogenkonsum gegangen, die Gesundheit der Frauen habe er außer Acht gelassen.

          Das Gericht verurteilte den Arzt neben der Körperverletzung mit Todesfolge wegen mehrerer Fälle gefährlicher Körperverletzung und schwerer Vergewaltigung sowie vorsätzlicher Verabreichung von Betäubungsmitteln.

          Am Ende der Urteilsbegründung sprach der Richter den Arzt direkt an. „Nutzen Sie Ihre Intelligenz. Setzen Sie alles daran, dass so etwas nie wieder passieren kann.“ Wichtig sei, dass er von der Drogensucht wegkomme. Der Großteil des Prozesses war ohne die Öffentlichkeit geführt worden. Auch die Plädoyers waren hinter verschlossenen Türen gehalten worden.

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