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Antisemitisches Motiv : Holocaust-Überlebende in Paris ermordet

  • Aktualisiert am

In diesem Haus lebte Mireille Knoll. Dort wurde sie offenbar auch ermordet. Bild: AFP

Mireille Knoll war 1942 den deutschen Besatzern in Paris knapp entkommen. Jetzt wurde sie tot in ihrer verbrannten Wohnung gefunden. Ihre Leiche wies Messerstiche auf.

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          Nach der Ermordung einer 85-Jährigen Holocaust-Überlebenden in Paris gehen die Ermittler von einem antisemitischen Motiv aus. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Mordes aufgrund der tatsächlichen oder vermeintlichen Zugehörigkeit des Opfers zu einer Religion ein, wie die Behörde mitteilte. Zwei Verdächtige wurden am Montag einem Ermittlungsrichter vorgeführt, um Verfahren gegen sie einzuleiten. Der Fall erregte über die Grenzen Frankreichs hinweg Aufsehen.

          Die 85-jährige Jüdin Mireille Knoll war laut einer Mitteilung des jüdischen Dachverbands Crif am Freitag tot in ihrer verbrannten Wohnung in Paris aufgefunden worden. Laut einem Bericht der Zeitung „Le Parisien“ waren an der Leiche des Opfers Spuren von Messerstichen gefunden worden. Innenminister Gérard Collomb teilte mit, er sei empört über den abscheulichen Mord. „Alles wird unternommen werden, um die Täter dieses barbarischen Verbrechens zu ermitteln“, erklärte er via Twitter.

          „Entsetzt über den tragischen Tod von Mireille Knoll, Überlebende der Schoa“, schrieb Frankreichs Oberrabbiner Haïm Korsia auf Twitter. Knolls Sohn sagte der französischen Nachrichtenagentur AFP, seine 1932 geborene Mutter sei 1942 nur knapp vor der „Razzia vom Vélodrome d'Hiver“ entkommen, indem sie mit ihrer Mutter kurz zuvor aus Paris geflohen sei. Damals hatten französische Polizisten auf Veranlassung der deutschen Besatzer 13.000 Juden festgenommen. Die meisten von ihnen wurden später ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert und ermordet.

          Vor knapp einem Jahr hatte schon einmal ein Mord an einer Rentnerin die jüdische Gemeinschaft in Paris erschüttert, der Fall Sarah Halimi. Der Fall hatte Kritik ausgelöst, weil die Ermittler zunächst nicht explizit von einem antisemitischen Motiv ausgegangen waren – im Februar stufte die Justiz die Tat aber schließlich als mutmaßlich antisemitisch ein.

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