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Bis zu fünf Jahre Haft drohen : Anklage wegen Kinderpornos im Vatikan

Gläubige Anfang April vor dem Petersdom Bild: AFP

Ihm steht wohl das erste Strafverfahren im Vatikan gegen einen Kleriker wegen des Besitzes von Kinderpornographie bevor: Der Priester Carlo Alberto Capella sitzt seit dem Wochenende in Untersuchungshaft.

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          Im Vatikan dürfte bald das erste Strafverfahren gegen einen Kleriker wegen des Besitzes von Kinderpornographie stattfinden. Der ehemalige Nuntiatur-Rat an der Botschaft des Heiligen Stuhls in Washington, Carlo Alberto Capella, sitzt seit dem Wochenende in der Gendarmeriekaserne im Vatikan in Untersuchungshaft. Dem 50 Jahre alten promovierten Priester aus Carpi bei Modena wird vorgeworfen, während eines Aufenthalts in Windsor in der kanadischen Südostprovinz Ontario an Weihnachten 2016 einen Computer der Diözese dazu missbraucht zu haben, kinderpornographisches Material herunterzuladen und weiterzuverbreiten.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Die kanadischen und die amerikanischen Behörden hatten den Vatikan über ihre Ermittlungen informiert und die Aufhebung der diplomatischen Immunität Capellas gefordert. Der Heilige Stuhl zog den Priester stattdessen im September aus Washington ab und wies ihm eine Übergangswohnung im Vatikan zu. Von dort wurde Capella jetzt von der Gendarmerie abgeholt und in eine Zelle der Kaserne gebracht.

          Gemäß dem 2013 von Papst Franziskus erlassenen Gesetz gegen den Besitz und die Verbreitung von kinderpornographischem Material drohen Capella bis zu fünf Jahre Haft sowie eine Geldstrafe zwischen 2500 und 50.000 Euro. In besonders schweren Fällen können die Kirchenrichter sogar zwölf Jahre Freiheitsentzug verhängen. Im Juni 2014 hatte im Vatikan das Verfahren gegen den polnischen Erzbischof und früheren Nuntius in Santo Domingo, Jozef Wesolowski, wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs mehrerer Jungen in der Dominikanischen Republik und des Besitzes von Kinderpornographie begonnen. Wesolowski starb kurz vor Prozessbeginn im August 2015 an den Folgen eines Herzinfarkts.

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