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Prozess um Serientäter : Angeklagter gesteht Vergewaltigungen am Berliner Stadtrand

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Ein Polizeiauto steht am 14.07.2020 nahe des Tatorts. Beamte berichteten am Montag vor Gericht von einer filmreifen Verfolgungsjagd. Bild: dpa

In einer Erklärung bestätigte der Angeklagte am Montag im Wesentlichen die Ausführungen in der Anklageschrift. Demnach überfiel und vergewaltigte er im vergangenen Sommer insgesamt sechs Frauen am Berliner Stadtrand.

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          Der Dreißigjährige, der im vergangenen Sommer in Wäldern am Berliner Stadtrand sechs Frauen vergewaltigt haben soll, hat alle Taten im Detail gestanden. In einer Erklärung, die sein Verteidiger verlas, beschrieb Sinisa K. am Montag vor dem Landgericht Berlin, wie er die Frauen gepackt, gewürgt, bedroht und vergewaltigt habe. Die Schilderung stimmte im Wesentlichen mit den Ausführungen in der Anklageschrift überein. Der Angeklagte hatte vorausgeschickt, dass er sich „aufrichtig schäme“ für seine Taten: „Mir ist wirklich wichtig, dass die Geschädigten nicht vor Gericht erscheinen müssen und nicht nochmal durchleben müssen, was ich ihnen angetan habe.“

          Der Richter entschied daraufhin, dass tatsächlich nur eine der betroffenen Frauen als Zeugin in dem Prozess aussagen müsse. Sie hatte von einer zweiten Vergewaltigung berichtet, an die sich der Angeklagte nach eigenen Worten nicht mehr erinnern konnte. Sinisa K. ist angeklagt, in nur knapp fünf Wochen im Juni und Juli 2020 insgesamt sieben Frauen im Alter von 14 bis 27 Jahren überfallen zu haben. In sechs Fällen vergewaltigte er seine Opfer, zumeist mehrfach. In einem Fall flüchtete er, weil die Frau um Hilfe schrie und ein Zelt im Wald stand. Fast alle Übergriffe fanden tagsüber statt. K. stammt aus Serbien und hatte keinen festen Wohnsitz in Deutschland. Seiner Erklärung zufolge hat er die Frauen auf Wald- und Feldwegen entweder angesprochen oder direkt angegriffen und danach ins Gebüsch gezerrt. Zu seinen Motiven und seiner Person äußerte K. sich nicht.

          Am 14. Juli war der gesuchte Serientäter kurz nach der letzten Tat von der Polizei gefasst worden. Beamte, die an der Suche beteiligt waren, sprachen am Montag von einer Verfolgungsjagd „wie man es so aus dem Film kennt“. Zunächst nahmen zwei Streifenbeamte, die zur Verstärkung angefordert worden waren und den Verdächtigen auf seinem blauen Fahrrad zufällig im Wald angetroffen hatten, die Verfolgung zu Fuß auf. „Er war unheimlich schnell“, sagt ein 27 Jahre alter Polizeibeamter, der sich als sportlich beschreibt, aber am Ende doch nicht folgen konnte. Auf zwei Warnschüsse habe der Flüchtende nicht reagiert. Ein 26 Jahre alter Polizist stellte und überwältigte Sinisa K. schließlich im Garten eines Einfamilienhauses nach einer Jagd durch Dickicht, über Mauern und Bahngleise. Gegenwehr leistete der Flüchtende nicht. Nach Schätzung des Polizisten waren etwa 50 Beamte hinter dem mutmaßlichen Vergewaltiger her. Ein Hubschrauber begleitete die Fahndung aus der Luft.

          Gut zwei Wochen vorher war Sinisa K. von einem Laubenbesitzer beim Einbruch in dessen Gartenhäuschen überrascht worden. Dort hatte er Werkzeug, Kleidung, Kosmetikartikel und Lebensmittel stehlen wollen. Der Laubenbesitzer, der den Einbrecher im Gerichtssaal wiedererkannte, sagte, der Mann habe einen ausgemergelten und etwas verwahrlosten Eindruck auf ihn gemacht.

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