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München : Angeklagter beteuert Unschuld im Prozess um verschwundene Frauen

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Der Angeklagte sitzt zum Prozessauftakt im Landgericht München I.: Ihm wird vorgeworfen, seine Frau und seine Stieftochter getötet zu haben. Bild: dpa

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann seine Frau im Streit tötete. Um die Tat zu vertuschen, soll er anschließend auch seine Stieftochter getötet haben. Von den beiden Frauen fehlt weiter jede Spur.

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          Am Montag hat vor dem Landgericht München I der Mordprozess um das Verschwinden einer Mutter und ihrer Tochter begonnen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Ehemann der Frau, der Stiefvater der Tochter, im Jahr 2019 zunächst im Streit seine Partnerin getötet hat und danach, zur Vertuschung der Tat, die Stieftochter.

          Das Ganze habe sich in der gemeinsamen Wohnung im Münchner Stadtteil Ramersdorf-Perlach abgespielt. Der heute 45 Jahre alte Deutschrusse ist im ersten Fall wegen Totschlags, im zweiten wegen Mordes angeklagt. Zum Prozessauftakt bestritt er alle Vorwürfe gegen ihn. „Das, was mir vorgeworfen wird, dazu habe ich überhaupt keinen Bezug“, sagte er – mit Hilfe eines Dolmetschers.

          „Außerdem gehe ich davon aus, dass die Mädchen immer noch leben – zumindest meine Frau.“ Darum störe er sich auch daran, dass er in der Anklageschrift als „verwitwet“ bezeichnet werde. Die Gründe für seine Annahme wollte er aber nicht nennen – nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit, weil „sonst eine Bedrohung für die beiden Frauen“ entstehen könne. Das Gericht lehnte das ab. Für den Ausschluss der Öffentlichkeit sah es keine Grundlage.

          Der Mann war zwei Tage nach dem Verschwinden der seinerzeit 41 Jahre alten Frau und dem 16 Jahre alten Mädchen zur Polizei gegangen und hatte sie als vermisst gemeldet. Er sagte, sie seien vom Einkaufen in einem Einkaufszentrum in Neuperlach nicht zurückgekehrt. Bei seiner Aussage gegenüber der Polizei verstrickte er sich allerdings in Widersprüche, so dass er festgenommen wurde.

          Seit Juli 2019 sitzt er in Stadelheim in Untersuchungshaft. Laut Staatsanwaltschaft ist es wahrscheinlich, dass er die Frauen durch „massive, stumpfe Gewalt gegen den Kopf“ getötet hat. Danach habe er die Spuren seiner Verbrechen in der Wohnung beseitigt, etwa durch Entfernen eines Wohnzimmerteppichs und einer Fußmatte. Letztere fand die Polizei später in einem Waldstück – mit dem Blut der beiden mutmaßlichen Opfer verschmiert. Die beiden Frauen oder ihre Leichname wurden trotz intensiver Suche bis heute nicht gefunden.

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