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Nach Massaker bei Konzert : Angehörige von Opfern verklagen Hotel in Las Vegas

  • -Aktualisiert am

Von seinem Zimmer im MGM Resort International Hotel feuerte der Schütze in die Menge der Festivalbesucher. Bild: AP

Aus dem Fenster seines Hotelzimmers tötete ein Schütze in Las Vegas mehr als 58 Menschen. Nun müssen sich sowohl das Hotel als auch der Festivalveranstalter vor Gericht verantworten.

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          Nach dem Anschlag in Las Vegas, bei dem ein Schütze Anfang Oktober aus einem Hotel auf Besucher eines Musikfestivals schoss und 58 Menschen tötete, haben Angehörige von Opfern den Hotelbetreiber MGM Resorts International und den Konzertveranstalter Live Nation verklagt. In der Klage vor dem Obersten Bezirksgericht in Los Angeles warfen die Angehörigen den Unternehmen Fahrlässigkeit vor. Das Hotel Mandalay Bay habe das Gebäude nicht ausreichend bewacht. Zudem stellte es dem Schützen Stephen Paddock den Personalaufzug zur Verfügung, mit dem er unbemerkt Waffen in seine Suite brachte. Laut Klage reagierte das Hotel zudem zu spät, als der Wachmann Jesus Campos die Suite im 32. Stockwerk des Mandalay Bay entdeckte. Nach Paddocks ersten Schüssen auf die Besucher des Country-Festivals „Route 91 Harvest“ vergingen fast 75 Minuten, bis die Polizei das Hotelzimmer stürmte.

          Auch der kalifornische Veranstalter des Musikfestivals soll zur Rechenschaft gezogen werden. Laut Klageschrift richtete Live Nation zu wenige Notausgänge ein und sparte am Sicherheitspersonal. Überlebende der verheerendsten Massenschießerei der jüngeren amerikanischen Geschichte hatten von chaotischen Zuständen auf dem Festivalgelände berichtet.

          Auch in Nevada Klage gegen MGM Resort International

          Der Anwalt Muhammad Aziz, der die Angehörigen vertritt, reichte zudem eine Klage gegen den Nachlass des Schützen wegen Körperverletzung und vorsätzlichen Zufügens emotionaler Belastung ein. Der 64 Jahre alte Paddock hatte aus bislang unbekanntem Motiv das Feuer auf die Besucher des Musikfestivals eröffnet. Als die Polizei die Suite des früheren Buchhalters und professionellen Glücksspielers stürmte, fand sie seinen Leichnam und 23 Waffen. Einige der Gewehre waren mit sogenannten Schussbeschleunigern bestückt, um schnell möglichst viele Menschen zu töten. In der vergangenen Woche hatten Angehörige schon vor einem Gericht in Nevada Klage eingereicht. Neben MGM Resort International, Live Nation und Paddocks Nachlass machten sie auch den Hersteller der Schussbeschleuniger (bump stocks) für den Anschlag verantwortlich.

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