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Amoklauf nahe Seattle : Schüler schoss in der Kantine auf seine Freunde

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Zwei Schüler der High School in Marysville nach dem Amoklauf Bild: AP

Ein Jugendlicher hat an einer amerikanischen High School eine Person erschossen und drei Schüler lebensgefährlich verletzt. Anschießend tötete er sich selbst. Zuvor hatte er im Internet mit seiner Schusswaffe geprahlt.

          Ein Schüler hat bei einem Amoklauf im amerikanischen Bundesstaat Washington einen Menschen erschossen und sich anschließend selbst getötet. Drei lebensgefährlich verletzte junge Leute wurden in ein Krankenhaus gebracht und dort notoperiert. Sie hätten Kopfwunden und befänden sich in kritischem Zustand, sagten Ärzte am späten Freitagabend. Ein weiterer verletzter Jugendliche sei nicht in Lebensgefahr.

          Nach Angaben der Polizei ereignete sich die tödliche Schießerei an einer High School in Marysville etwa 55 Kilometer nördlich von Seattle. „Der Schütze war ein Schüler“, bestätigte Polizeioffizier Robb Lamoureux.

          Schüler verlassen die Schule in Marysville, einige heben ihre Arme über den Kopf Bilderstrecke

          Die Schüsse fielen offenbar in der Kantine. „Ich habe einen lauten Knall gehört“, sagte ein Schüler namens Jordan dem Sender CNN. „Dann folgten noch vier oder fünf weitere, die Schüler haben geschrien und sich auf den Boden geworfen, einige sind weggerannt.“ Sein Mitschüler Austin sagte dem TV-Sender King, dass der Schütze erst ganz „ruhig“ mit anderen Schülern in der Kantine zusammengesessen und dann plötzlich das Feuer eröffnet habe. „Ich habe gesehen, wie drei Kinder am Tisch zusammengesunken sind, so als würden sie tot zu Boden fallen.“

          CNN berichtete, es handele sich um einen Jungen, der bei seinen Mitschülern beliebt gewesen sei und in der Football-Mannschaft gespielt habe. Er sei in der in der 9. Klasse und damit etwa 14 Jahre alt gewesen. Augenzeugen berichteten, dass die Opfer Freunde des Schützen gewesen seien. Ein Schüler sagte der „Seattle Times“, dass eine nicht erwiderte Schwärmerei für eine Schülerin, die nicht mit ihm ausgehen wollte, der Grund für den Amoklauf sein könnte. Auf sie soll der Täter  ebenfalls gezielt haben.

          Die Polizei äußerte sich weder zur Identität des Amokläufers noch zu den anderen Opfern oder zu den genauen Umständen der Tat, bestätigte aber, dass die Waffe, die er benutzte, legal erworben wurde. Die Ermittlungen zu der Schießerei dauerten demnach an. Die Schulbehörde von Marysville schrieb auf ihrer Internetseite lediglich, dass die High School wegen einer „Notfallsituation“ abgeriegelt worden sei. Die Schüler wurden aus dem Gebäude geführt und mit Bussen in Sicherheit gebracht. Rund 2500 Jugendliche gehen auf die Schule.

          Schütze zeigte sein Jagdgewehr im Internet

          Im Internet hatte der mutmaßliche Amokläufer vor einiger Zeit ein Bild veröffentlicht, das ihn mit einem Jagdgewehr zeigt. „Das wahrscheinlich beste Geburtstagsgeschenk aller Zeiten“, schrieb er dazu. Im Internetdienst Twitter schrieb er Mitte August: „Was als Nächstes passiert, wird dir nicht gefallen.“

          In den Vereinigten Staaten fallen immer wieder tödliche Schüsse in Schulen. Nach dem Amoklauf an einer Grundschule in Newtown mit 20 toten Erstklässlern im Dezember 2012 bemühte sich Präsident Barack Obama um schärfere Waffengesetze. Die geplanten Reformen, darunter eine strengere Überprüfung von Waffenkäufern und ein Verbot von halbautomatischen Gewehren, scheiterten aber im Kongress.

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