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Amoklauf : Junge verletzt zahlreiche Mitschüler mit Messern

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In den Vereinigten Staaten von Amerika kommt es öfter zu Amokläufen an Schulen. Die Trauer ist stets groß - wie hier, nach dem Amoklauf an der Colombine-High-School. Meist benutzen die Täter Schusswaffen; in Orlando jedoch ist der 16 Jahre alte Amokläufer mit zwei Messern vorgegangen. Bild: dpa

Erst vor einer Woche erschütterte der Amoklauf von Fort Hood Amerika, jetzt ging in Pennsylvania ein 16 Jahre alter Junge mit einem Messer auf Mitschüler los. Und wieder wird die Frage laut: Warum konnte der Junge nicht gestoppt werden?

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          Ein 16 Jahre alter Junge hat mit Messern an einer High School in den Vereinigten Staaten mehr als 20 Mitschüler und einen Wachmann verletzt. Es gab acht Schwerverletzte. Der Täter wurde laut Polizei gefasst und mit Schnittwunden an den Händen ebenfalls in ein Krankenhaus gebracht. Die verletzten Schüler seien zwischen 14 und 17 Jahren alt. Das Motiv hinter der Tat vom Mittwoch in Murrysville in Pennsylvania blieb zunächst unklar. 

          Gegen den 16 Jahre alten Jungen wurde von einem Richter in vier Fällen wegen versuchten Mordes sowie schwerer Körperverletzung in 21 Fällen Haftbefehl erlassen, berichteten amerikanische Medien.

          Blut vom Eingang bis zur Rückseite des Gebäudes

          Der mit zwei Messern Bewaffnete löste an der Franklin Regional High School Panik und Chaos aus. „Es gab Blut vom Eingang der Schule bis zur Rückseite des Gebäudes“, berichtete ein Polizist vor Ort dem lokalen Radiosender KDKA. „Ich hörte nur Schreie. Jemand sagte: Da hat jemand ein Messer“, sagte eine 16 Jahre alte Schülerin. „Dann rannten wir, so schnell wir konnten.“

          Das Verbrechen ereignete sich genau eine Woche nach dem Amoklauf eines Soldaten auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas. Der Täter erschoss damals drei Soldaten und anschließend sich selbst, 16 Soldaten wurden verletzt. Amerikas Präsident Barack Obama flog am Mittwoch zur Trauerfeier.

          In Pennsylvania ging der 16 Jahre alte Täter kurz vor Schulbeginn um 7.15 Uhr mit einem Messer in jeder Hand wahllos auf Mitschüler los, die sich in den Fluren der Schule und Klassenzimmern befanden. Daraufhin wurde Feueralarm ausgelöst, was die Evakuierung erleichterte, berichtete der Polizeichef der Stadt. Die Opfer seien in mehreren Räumen attackiert worden. Auch die Bundespolizei FBI schaltete sich in die Ermittlungen ein.

          Warum konnte niemand den Täter aufhalten?

          Viele der Verletzten hatten tiefe Schnittwunden, wie Krankenhausärzte berichteten. Mehrere Opfer mussten notoperiert werden. „Die Wunden waren mehr als fünf Zentimeter groß“, sagte Krankenhauschef Christoph Kaufmann. Es müsse sich um eine sehr große und scharfe Klinge gehandelt haben.

          Erste Kommentatoren im amerikanischen Fernsehen fragten sich, warum der Täter nicht aufgehalten wurde. „Wie kann ein 16 Jahre alter Junge mit einem Messer so viel Chaos anrichten?“, fragte eine Reporterin des TV-Senders CNN.

          Der 60 Jahre alter Wachmann habe vergeblich versucht, einzugreifen, sagte der Polizeichef. Der Täter habe ihm ein Messer in den Bauch gestoßen. Schüler informierten daraufhin einen zweiten Wachmann, der sich auf dem Parkplatz der Schule aufgehalten habe. Dieser konnte den Täter gemeinsam mit einem Schulangestellten überwältigen.

          Der Schulleiter, Gennaro Piraino, sagte, man müsse die Sicherheitsvorkehrungen verbessern. Allerdings fügte er wörtlich hinzu: „Im Großen und Ganzen hat der Sicherheitsplan aber funktioniert, wir haben kein Leben verloren.“ Die Schule werde die nächsten Tage geschlossen bleiben, sagte Piraino.

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