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Amoklauf in Heidelberg : Im Hörsaal getötet

Am Tatort: Spurensicherung Bild: AP

Ein Student dringt mit mehreren Waffen in einen Hörsaal ein, und eröffnet das Feuer. Eine Frau stirbt nach einem Kopfschuss. Hinter dem Angriff soll eine Beziehungstat stecken.

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          Ein Student hat am Montagmittag in einem Hörsaal der Universität Heidelberg auf mehrere Personen geschossen und dabei eine Frau mit einem Kopfschuss getötet und drei weitere Menschen zum Teil schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter, bei dem es sich um einen 18 Jahre alten Deutschen handelt, wie der Mannheimer Polizeipräsident Siegfried Kollmar am Montagabend auf einer Pressekonferenz sagte, hatte offenbar keine politischen oder religiösen Motive; in Ermittlerkreisen hieß es, vermutlich stecke hinter dem Angriff eher eine Beziehungstat.

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Kurz vor dem Amoklauf habe der mutmaßliche Schütze seine Tat in einer Whatsapp-Nachricht an „eine Person“ angekündigt, teilte Kollmar auf der Pressekonferenz mit. Demnach habe er geschrieben, „dass Leute jetzt bestraft werden müssen.“ Zudem habe er sich in der Nachricht eine Seebestattung gewünscht. „Auch das werden wir noch verifizieren müssen, auch das werden wir noch nachvollziehen müssen“, so der Polizeipräsident.

          „Der Mann ist mit einem Gewehr bewaffnet in den Hörsaal gelaufen und hat dort sofort das Feuer eröffnet, ob es wahllos oder gezielt war, konnten wir mit unseren bisherigen Ermittlungen noch nicht klären“, sagte ein Sprecher des Mannheimer Polizeipräsidiums der F.A.Z. Danach habe der mutmaßliche Täter den Hörsaal schnell wieder verlassen, draußen sei er vermutlich auf einige Polizeibeamte getroffen, es habe dort aber keinen Schusswechsel gegeben, der Mann habe sich selbst erschossen. Am Tatort war am Nachmittag auch ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der baden-württembergischen Landespolizei im Einsatz. „Es handelte sich vermutlich um einen Einzeltäter“, sagte der Polizeisprecher. Das Universitätsgelände musste am Montagmittag sehr weiträumig abgesperrt werden.

          Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler hat der mutmaßliche Schütze die Waffen, die er bei sich trug, vor einigen Tagen im Ausland gekauft. Eine Waffenbesitzkarte habe der Mann nicht besessen. Zudem soll er noch mehr als 100 Schuss Munition im Rucksack gehabt haben.

          Das Hörsaalgebäude 316 im Neuenheimer Feld liegt in der Nähe verschiedener Einrichtungen des Heidelberger Universitätsklinikums sowie einiger naturwissenschaftlicher Institute. Die Polizei suchte das Gelände nach dem Mord mit einem Hubschrauber ab. Die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) sagte, sie hoffe auf eine vollständige Aufklärung der Tat: „Wir stehen fassungslos und schockiert vor diesem tragischen Ereignis. Ich bin in Gedanken bei den Verletzten, deren Familien und Freunden.“ Das Neuenheimer Feld war bis zum späten Nachmittag weiträumig abgesperrt. Die Heidelberger Bundestagsabgeordnete Franziska Brantner (Grüne) sprach allen Betroffenen ihr Beileid aus und bedankte sich bei der Polizei und den Rettungskräften.

          Auch Bundeskanzler Olaf Scholz drückte den Opfern der Tat sein Beileid aus. „Es zerreißt mir das Herz, solch eine Nachricht zu erfahren“, sagte Scholz zu Beginn der Pressekonferenz zur Bund-Länder-Runde zur Corona-Situation. Sein Beileid gelte den  Angehörigen, den Opfern sowie den Studentinnen und Studenten der Universität Heidelberg.

          Bild: F.A.Z.

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