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Grundschul-Massaker in Texas : Täter kündigte den Amoklauf auf Facebook an

Trauer nach dem Amoklauf an einer Grundschule im texanischen Uvalde. Bild: dpa

Bevor der 18 Jahre alte Mann in einer Grundschule mordete, schoss er seiner Großmutter ins Gesicht – und schrieb zwischen den Taten mit einer Jugendlichen aus Frankfurt.

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          Warum der 18 Jahre alte Täter am Dienstagmittag in die Grundschule in Uvalde stürmte und dort 19 Kinder sowie zwei Lehrer erschoss, ist auch einen Tag nach dem Amoklauf noch nicht geklärt. Immer klarer wird dagegen der Ablauf der Tat.

          Sofia Dreisbach
          Politische Korrespondentin für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Wie der texanische Gouverneur Greg Abbott am Mittwochmittag in der ersten längeren Pressekonferenz seit der Tat bekannt gab, hatte der junge Mann den Angriff auf Facebook angekündigt – wenige Minuten zuvor.

          In der halben Stunde vor dem Amoklauf setzte der Täter laut Abbott drei Nachrichten ab. Die erste: „Ich werde meine Großmutter erschießen.“ Die zweite: „Ich habe meine Großmutter erschossen.“ Die dritte schließlich, etwa 15 Minuten vorher: „Ich werde eine Grundschule angreifen.“ Seine Großmutter, der er ins Gesicht geschossen hatte, überlebte demnach und rief die Polizei.

          Der namentlich bekannte Täter näherte sich der Robb Elementary School derweil mit einem schwarzen Pick-up, der auf seine Großmutter zugelassen war. Wegen überhöhter Geschwindigkeit kam es zu einem Unfall, Fotos zeigen das beschädigte Fahrzeug in einem Graben nahe der Schule. Um 11.30 Uhr dann ging der erste Notruf ein: Zeugen meldeten den Unfall und dass ein Mann mit einem Gewehr und mit Rucksack aus dem Auto gestiegen sei. Ein auf Facebook hochgeladenes Video vom Dienstag zeigt eine Person ganz in Schwarz gekleidet und mit Gewehr, die dabei ist, die Schule zu betreten – mutmaßlich den Täter. Ein bewaffneter Beamter des Schulbezirks konnte den Täter nicht aufhalten.

          Chat in Echtzeit mit Jugendlicher aus Deutschland

          Laut Abbot betrat der Amokläufer die Schule durch eine Hintertür, durchquerte dann zwei Flure und betrat einen Klassenraum, der mit einem anderen verbunden war. Hier erschoss der junge Mann mit einem halbautomatischen Gewehr des Typs AR-15 21 Menschen und verletzte weitere 17, die inzwischen außer Lebensgefahr sind. Die zweite der beiden Waffen, die er bald nach seinem 18. Geburtstag gekauft haben soll, hatte der Täter im Auto gelassen. Es habe keine „bedeutsame Warnung“ gegeben, sagte Abbott am Dienstag über den Angriff. Der 18 Jahre alte Schütze, der die High School abgebrochen hatte, sei nicht vorbestraft gewesen. Ob er als Jugendlicher einmal einen Eintrag wegen Vergehen erhalten habe, werde noch überprüft. Es seien auch keine mentalen Probleme bekannt. 

          Bekannte berichteten der „Washington Post“, der Täter sei gemobbt worden, unter anderem, weil er stotterte. Außerdem habe er abfällig von seiner Mutter und seiner Großmutter gesprochen und häufig Streit mit den Kollegen gesucht, erzählt eine Frau, die mit ihm in einem Fast-Food-Restaurant arbeitete. Nach Berichten des Senders CNN soll der junge Mann im Internet immer wieder fremde Mädchen und junge Frauen angeschrieben haben. Einer 15 Jahre alten Jugendlichen aus Frankfurt hat er laut dem Sender am Dienstag gar in Echtzeit geschrieben, dass er gerade seine Großmutter erschossen habe und jetzt zu der Grundschule fahre. „Ich werde ihr etwas tun“, schrieb er zuerst. Sie nerve ihn, sei gerade am Telefon mit seinem Handyanbieter. Fünf Minuten später dann: „Ich habe meiner Großmutter gerade in den Kopf geschossen.“

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