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Amokläufe in Amerika : Schützen kaufen Waffen meist legal

  • -Aktualisiert am

1966 eröffnete ein Angreifer auf dem Campus der University of Texas in Austin das Feuer. Bild: AP

In Amerika kommt es immer wieder zu Amokläufen mit Schusswaffen. Eine neue Erhebung des Justizministeriums zeigt nun die Gemeinsamkeiten der Täter auf.

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          Bei der Untersuchung der Motive amerikanischer Amokschützen hat das National Institute of Justice, die Forschungsabteilung des Washingtoner Justizministeriums, eine Reihe von Gemeinsamkeiten entdeckt. Laut der jetzt veröffentlichten Erhebung erlitten fast alle der knapp 170 „mass shooters“ in den vergangenen gut 50 Jahren Kindheitstraumata wie sexuellen Missbrauch oder die Scheidung der Eltern, und sie machten eine persönliche Krise durch.

          Zudem folgten sie dem Vorbild anderer Amokschützen und hatten leichten Zugang zu Waffen. Mehr als jeder Zweite erwarb Gewehre, Pistolen und Revolver, die er später gegen Opfer an Schulen, Universitäten, Kirchen oder früheren Arbeitsplätzen richtete, auf legalem Weg.

          Für das „Violence Project“ wurden alle Anschläge mit mehr als vier Todesopfern seit dem Jahr 1966 untersucht. Damals erschoss der ehemalige Soldat Charles Whitman auf dem Campus der University of Texas in Austin wahllos 14 Menschen und verletzte mehr als 30 weitere Personen. Der Anschlag war der erste in der Geschichte der Vereinigten Staaten, über den Radio und Fernsehen ausführlich berichteten, daher gilt er als Zäsur.

          Männliche weiße Jugendliche

          In den vergangenen Jahren hatten Anschläge wie auf die Sandy-Hook-Grundschule in Connecticut im Dezember 2012 oder das Massaker an einer High School in Parkland in Florida Mitte Februar 2018 immer wieder Debatten über laxe Waffengesetze und psychische Störungen hervorgerufen. Das „Violence Project“ versuchte nun, Gemeinsamkeiten der Schützen herauszufiltern, um weitere Anschläge zu verhindern. „Daten sind Daten. Sie sind nicht politisch. Wir hoffen, die Debatte damit voranzutreiben“, sagte die Psychologin Jillian Peterson, eine Mitautorin der Studie, der Website Vice.

          Nach den bisherigen Untersuchungen sind die Schützen, die Anschläge an Schulen verüben, meist männliche weiße Jugendliche. Massaker an Universitäten werden dagegen in der Regel von Studenten oder früheren Studenten anderer Hautfarbe verübt, die bereits in der Vergangenheit Gewalttaten begingen und sich mit Suizidgedanken trugen. Wie die Forscher auch herausfanden, nimmt die Häufigkeit der „mass shootings“ zu. Jeder fünfte der knapp 170 Anschläge seit 1966 ereignete sich in den vergangenen fünf Jahren.

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