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Prozess in Heidelberg : Amokfahrer soll wegen Schizophrenie schuldunfähig sein

Der Angeklagte (links) und sein Verteidiger am Dienstag in Heidelberg im Verhandlungssaal des Landgerichts Bild: dpa

Im Februar steuerte ein Mann sein Auto in eine Menschenmenge, jetzt muss er sich in Heidelberg vor Gericht verantworten. Gutachter attestierten ihm eine akute paranoide Schizophrenie.

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          Vor dem Landgericht Heidelberg muss sich seit Dienstag ein 35 Jahre alter Mann verantworten, der sein Auto im Februar in eine Menschenmenge auf dem dortigen Bismarckplatz gesteuert haben soll. Dabei war ein 73 Jahre alter Mann ums Leben gekommen und zwei Fußgänger waren verletzt worden. Ein weiterer Passant konnte sich durch einen Sprung in Sicherheit bringen. Anschließend soll der Fahrer mit einem Messer bewaffnet auf einen Polizisten zugerannt sein, bis der ihn niederschoss.

          Marlene Grunert

          Redakteurin in der Politik.

          Die Staatsanwaltschaft klagte den Mann wegen Mordes in Tateinheit mit versuchtem Mord an, hält ihn aber für schuldunfähig. Ein Gutachten deute auf eine akute paranoide Schizophrenie hin, sagte die Oberstaatsanwältin zu Beginn des Verfahrens. Sie beantragte die Unterbringung des Angeklagten in einem psychiatrischen Krankenhaus, weil von ihm eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgehe. Bereits im Mai war der Beschuldigte aus der Untersuchungshaft in eine psychiatrische Klinik verlegt worden.

          Öffentlichkeit ausgeschlossen

          Kurz nach Beginn der Verhandlung schloss das Gericht die Öffentlichkeit auf Antrag der Verteidigung von dem Verfahren aus. Nur die Urteilsverkündung, die für September erwartet wird, wird wieder öffentlich sein. Der vorsitzende Richter betonte, dass ein öffentliches Interesse in diesem Verfahren zwar durchaus bestehe. In sogenannten Sicherungsverfahren, die eine psychiatrische Unterbringung zum Gegenstand haben, kann dieses Interesse jedoch hinter den Persönlichkeitsrechten des Angeklagten zurückstehen. Ist er psychisch krank, gewährt ihm das Prozessrecht eine besondere Schutzbedürftigkeit.

          Einsatzfahrzeuge der Polizei und des Rettungsdienstes stehen vor dem Tatort der Amokfahrt in Heidelberg (Archivaufnahme vom 25. Februar).

          Unmittelbar nach der Tat war in verschiedenen Diskussionsforen intensiv über einen islamistischen Charakter der Tat spekuliert worden. Die Beteiligten beriefen sich auf ähnliche Taten in Nizza und Berlin. Die Heidelberger Ermittler wiesen die Vermutungen jedoch entschieden zurück. Für ein terroristischen Hintergrund des „Deutschen OHNE Migrationshintergrund“ gebe es keine Indizien.

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